Der frühere Radprofi Grischa Niermann hält die Leistungen der aktuellen Topfahrer um seinen Schützling Jonas Vingegaard und Topstar Tadej Pogacar auch ohne Doping für nachvollziehbar. Der Sportdirektor von Vingegaards Team Visma-Lease a Bike sieht die stetige Weiterentwicklung des Sports vielmehr als ursächlich an.

„Man kann mit Sicherheit nicht alles aufdecken und sicher nicht die Hand ins Feuer legen, dass alle Radsportler sauber sind. Die Entwicklung der Leistung hat aber einfach mit dem Laufe der Zeit zu tun“, sagte der 50-Jährige dem RedaktionsNetzwerk Deutschland: „Das Material verbessert sich extrem, die Ernährung, die Trainingsmethodik. Deswegen fahren die Fahrer jetzt auch schneller als zu Doping-Hochzeiten.“

Dass der Radsport seit eben jenen Hochzeiten kritisch beäugt wird, „damit müssen wir leben. Wir wissen, wo der Radsport herkommt“, sagte Niermann. Er sage „nicht blauäugig: Es gibt kein Doping mehr im Radsport.“ Er glaube aber, „dass das Kontrollsystem mittlerweile sehr gut ist“.

Niermann war als Profi vom 1998 bis 2012 für den Visma-Vorgänger Rabobank aktiv, der zu „Doping-Hochzeiten“ ebenfalls in Dopingskandale verwickelt war. Unter anderem der Däne Michael Rasmussen und der Niederländer Thomas Dekker waren involviert, Fahrer hatten von systematischem Doping berichtet. Niermann selbst gilt als unbelastet.