Die ersten Medaillen bei den Olympischen Winterspielen 2026 sind vergeben. Weltmeister Franjo von Allmen hat Gold bei den Spielen von Mailand und Cortina d’Ampezzo gewonnen. Von Allmen reiht sich ein in die Reihe großer Abfahrtskönige der Schweizer: Vor dem Draufgänger hatten Beat Feuz (2022), Didier Defago (2010), Pirmin Zurbriggen (1988) und Berhhard Russi (1972) die Olympia-Abfahrt gewonnen.

„Wie soll man sich die ersten Olympia-Tage besser vorstellen, unglaublich. Ich war heute sehr gelassen und war auch in den letzten Tagen im Training recht entspannt. Ich habe probiert, das heute zu spiegeln: Nicht über das Limit zu gehen, solide Ski zu fahren und Spaß zu haben“, schilderte von Allmen nach seinem Olympiasieg in der ARD.

Franjo von Allmen sicherte sich die Goldmedaille
Franjo von Allmen sicherte sich die GoldmedailleFranjo von Allmen sicherte sich die Goldmedaille

Neureuther schwärmt von Olympiasieger

Experte Felix Neureuther geriet ins Schwärmen: „Diese Leichtigkeit hat man gesehen. Es war so geschmeidig, unglaublich. Man hat nie das Gefühl bekommen, dass etwas passieren könnte, ein Genuss zum Zuschauen. Wirklich, ganz großer Respekt, Chapeau.“

Der Schweizer wurde beinahe rot im Gesicht, musste aber relativieren: „Danke für die lieben Worte. Ich muss sagen, so geschmeidig hat es sich nicht angefühlt. Es war ein unruhiger Ritt herunter, aber trotzdem hat sich das Skifahren gut angefühlt.“

Odermatt verpasst das Treppchen

Beim spektakulären Abfahrtsrennen auf der berüchtigten Stelvio in Bormio gewann der 24-Jährige vor dem gleichaltrigen italienischen Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni (+0,20 Sekunden). Bronze ging an den Südtiroler Routinier Dominik Paris (+0,50).

Dem Schweizer Weltcup-Dominator Marco Odermatt, Weltmeister von 2023, blieb überraschend nur Rang vier (+0,70).

Simon Jocher, einziger deutscher Starter auf der Stelvio, kam mit der ungünstigen Startnummer 28 nicht (2,40) unter die Top 20. Felix Neureuther sagte in der ARD zu Jochers Fahrt: „Schade, schade. Das war nicht so optimal.“

Der Liveticker zur ersten Medaillenentscheidung bei Olympia zum Nachlesen.

+++ Jocher chancenlos + Neureuther rätselt +++

„Wo ist der Simon jetzt? Wo ist unser Simon?“ ARD-Experte Felix Neureuther wartete bereits ungeduldig, da im Fernsehen erst Odermatt bei Umarmungen zu sehen war, aber jegliche Spur von Jocher fehlte. Dessen Start wird dann gezeigt, ehe ein deutlicher Schnitt folgt, da ein Teil der Fahrt offenbar verpasst worden war. Jocher kommt auf Rang 19 mit über zwei Sekunden Rückstand ins Ziel. Neureuthers Fazit lautet: „Schade, schade. Das war nicht so optimal.“ Für ihn wäre „mehr drin gewesen“, aber für eine wirkliche Analyse haben man von der Fahrt „zu wenig gesehen“.

+++ Gleich kommt DSV-Starter Jocher +++

Die Sicht wird wieder etwas besser, die Piste scheint aber ein wenig nachzulassen – die Fahrer sind weiter chancenlos. Aber jetzt kommt gleich Simon Jocher – kann der einzige deutsche Starter eine Überraschung schaffen?

+++ Paris witzelt über Sicht in Bormio +++

Paris zittert noch ein wenig um seine Bronzemedaille, doch aktuell kommt keiner in die Nähe der Medaillenränge. Bei der ARD sagt Paris dennoch: „Man muss immer warten, bis der Letzte im Ziel ist. Es war eine recht gute Vorstellung, ich habe alles probiert. Ich kann noch gut mithalten, das freut mich.“ Auf die schlechter gewordene Sicht, die auch ihn betroffen hat, reagiert er gelassen: „Es hilft nie, wenn es schlecht ist. Wobei mir in Bormio fast lieber ist, dann siehst du die ganzen Schläge zumindest nicht. Daher ist es hier fast besser, nichts zu sehen und einfach voll darauf zu losfahren.“

+++ Die Topzeiten bleiben unerreicht +++

Der Kanadier Cameron Alexander zeigt eine ordentliche Fahrt. Bei der Zieleinfahrt hebt er zwar kurz ab, kann aber einen Sturz vermeiden und fährt zumindest unter die Top 10. Viel mehr scheint für die Fahrer nicht drin im Moment – unter einer Sekunde Rückstand bleibt aktuell keiner mehr.

+++ Sind die Medaillen vergeben? +++

Die etwas schlechtere Sicht hilft nicht, aber die großen Favoriten sind auch im Ziel. Von Allmen, Franzoni und Paris scheinen die Medaillenplätze zu belegen – aber eine Überraschung ist natürlich immer möglich. Simon Jocher folgt mit Nummer 28.

+++ Pech für die folgenden Läufer +++

Eine Wolke hat sich vor die Sonne geschoben, was die Sicht ein wenig verschlechtert. Sowohl der US-Amerikaner Ryan Cochran-Siege als auch die Italiener Mattia Casse und Florian Schieder können im Kampf um die Medaillen nicht eingreifen und verlieren deutlich Zeit.

+++ Odermatt geht leer +++

Jetzt kommt der Bormio-Spezialist. Dominik Paris hat im Weltcup bereits sieben Mal dort gewonnen – und auch hier legt er oben gut los. Am Zielhang stellt der Lokalmatador leicht quer, aber das kostet nicht allzu viel Zeit. Es reicht für den Bronzerang. Damit steht fest, dass Odermatt keine Medaille holt – das ist eine große Überraschung und eine Enttäuschung zum Olympia-Auftakt für Odermatt.

+++ Franzoni verdrängt Odermatt +++

Jetzt aber Giovanni Franzoni. Der Kitzbühel-Sieger beginnt gut und bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau wie von Allmen. Doch der war auch im unteren Teil einfach zu stark unterwegs. Franzoni muss sich geschlagen geben, mit zwei Zehntel Rückstand reicht es aber aktuell zum Silberrang. Odermatt muss hier um eine Medaille bangen.

+++ Kriechmayr verspielt Medaille +++

Österreichs Abfahrtshoffnung Vincent Kriechmayr hält lange Zeit voll mit, liegt zwischenzeitlich sogar auf Führungskurs. Doch bei der Traverse erwischt Kriechmayr nicht die ideale Linie, verliert viel Zeit und fällt auf Rang 4 zurück. Auch der Franzose Nils Allegre fährt nicht in die Medaillenränge.

+++ Sensationsfahrt von von Allmen +++

Was war das für ein Traumlauf von Franjo von Allmen! Der Weltmeister führt Odermatt fast vor, nimmt ihn Zehntel um Zehntel ab, bis er im Ziel sieben Zehntel Vorsprung vor dem Ski-Dominator hat. Reicht das sogar für Gold? Eine Medaille sollte ihm damit mindestens einmal sicher sein. Für Odermatt ist der Goldtraum in der Königsdisziplin dagegen geplatzt. Auch Neureuther überschlägt sich fast vor Begeisterung. Bereits während der Fahrt rief er: „Es ist unglaublich, was legt der da jetzt runter.“ „Unglaublich, unglaublich!“, ergänzte er später, ehe sein Fazit im Ziel lautete: „Unfassbar, unfassbar, was für ein Athlet.“

+++ Odermatt schlägt Teamkollegen +++

Die Topgruppe liefert ab! Der Schweizer Alexis Monney übernimmt mit einem starken Endspurt die Führung – doch dann kommt sein Landsmann Odermatt. Der Topfavorit startet explosiv aus dem Haus und fährt zunächst einen deutlichen Vorsprung von über einer halben Sekunde raus, zeigt aber dann doch einige Unsicherheiten. Am Ende reicht es um fünf Hundertstelsekunden zur Führung. Doch ob das für die Goldmedaille reicht? Fehlerfrei war das dies.

Olympia 2026, Ski alpin: So kann die Abfahrt der Männer live verfolgt werden

+++ Was machen die Franzosen nur? +++

Auch Nils Alphand sorgt kurz vor dem Ziel für wilde Szenen. Der Franzose gerät in Rückenlage, kann einen Sturz nur knapp vermeiden, gerät völlig ab und fährt fast am Ziel ab. „Was macht er, wo ist er denn“, ruft ARD-Kommentator Bernd Schmelzer, während Neureuthers Fazit lautet: „Hallelujah, war das eine irre Geschichte.“

+++ Der erste Sturz im Rennen +++

Maxence Muzaton erwischt keine gute Fahrt, dann kriegt er auch noch Rückenlage und stürzt. „Um Gottes Wissen, bleibt stehen“, rief Neureuther kurz zuvor noch. Die Betreuer schlagen zunächst die Hände über den Kopf zusammen – aber der Franzose kommt zum Glück schnell wieder auf die Beine und kann ohne Probleme und unter großem Applaus ins Ziel fahren. Hermetsberger liegt weiterhin in Führung.

+++ Dann kommen die Favoriten +++

Der Trainingsschnellste James Crawford zeigt zwar mit 51 Metern einen extrem weiten Sprung, für die Bestzeit reicht es nicht. Wirklich ernst wird es wohl ab Startnummer 6, wenn die Topgruppe eingreift. Den Auftakt macht Alexis Monney, es folgen Marco Odermatt und Franjo von Allmen. Danach kommt Österreichs wohl größte Medaillenhoffnung Vincent Kriechmayr. Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni sowie Routinier Dominik Paris haben die Startnummer 11 bzw. 12.

+++ Los geht‘s! +++

Den Auftakt macht mit Daniel Hemetsberger ein österreichischer Speed-Spezialist, der im zweiten Training einen heftigen Abflug hatte und daher auf die Zähne beißen muss. Dennoch zeigt er eine ordentliche Fahrt, seine Zeit von 1:52:58 Minuten ist schneller als die Bestzeit im Training. Ein großer Fehler war nicht zu sehen – was die Zeit genau wert ist, werden die nächsten Läufer zeigen. Auch ARD-Experte Felix Neureuther lobt: „Er hat es gut gemacht.“

+++ Odermatt einer der Topfavoriten +++

Zu den Topfavoriten auf die Medaillen gehören neben Weltmeister Franjo von Allmen auch Weltcup-Dominator Marco Odermatt (beide Schweiz) auch Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni (Italien).

+++ Schlägt Paris zu Hause wieder zu? +++

Dominik Paris (beide Italien) liegt die Olympiastrecke besonders gut. Im Weltcup gewann der Lokalmatador dort bereits sieben Mal.

Holt Weltcup-Dominator Marco Odermatt zum Olympia-Auftakt gleich Gold in der Abfahrt?
Holt Weltcup-Dominator Marco Odermatt zum Olympia-Auftakt gleich Gold in der Abfahrt?Holt Weltcup-Dominator Marco Odermatt zum Olympia-Auftakt gleich Gold in der Abfahrt?

+++ Kanadier im Abschlusstraining vorn +++

Beim Abschlusstraining am Freitag war James Crawford aus Kanada am schnellsten. Hinter ihm reihten sich Daniel Hemetsberger aus Österreich und Adrian Smiseth Sejersted aus Norwegen ein. Der deutsche Starter, Simon Jocher, hatte über fünf Sekunden Rückstand auf Crawford.

—–

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)