Entsetzen in Polen: Umstrittener Russland-Athlet ist zurück

Entsetzen in Polen: Umstrittener Russland-Athlet ist zurück

Ein umstrittener Skispringer aus Russland bekommt die Erlaubnis, als neutraler Athlet bei internationalen Wettbewerben an den Start zu gehen. Die Entscheidung sorgt für Entsetzen.

Der Weltskiverband FIS hat den russischen Skispringer Evgeniy Klimov auf die Liste der neutralen Athleten gesetzt. Der umstrittene Sportler ist damit für den internationalen Weltcup zugelassen, auch wenn er nicht unter der Flagge seines Heimatlandes starten darf.

Nicht zuletzt in Polen sorgte die Entscheidung für Entsetzen. Denn der Weltcup soll auch in Wisla Halt machen.

Klimov gilt als Unterstützer des russischen Angriffskrieges in der Ukraine. Wenige Tage nach dem Überfall russischer Truppen im Februar 2022 zeigte der 32-Jährige im TV demonstrativ die Russland-Flagge, die er sich für das Weltcupspringen auf die Handschuhe genäht hatte.

Ukrainische Regierung gibt Hinweise zu Klimov

Im März 2022 war Klimov noch in Wisla angetreten und hatte dabei den Sieg geholt. „Ich habe gesehen, wie er gelächelt und Putin unterstützt hat. Dieser Mann ist es nicht wert, auf unseren Skisprungschanzen anzutreten“, sagte Andrzej Wasowicz, der Organisations-Chef des Wettbewerbes, damals.

Wie die ukrainische Regierung auf ihrer Website berichtet, nahm Klimov an Events teil, die der Unterstützung des Krieges galten. Dabei werden auch Bilder gezeigt, die Klimov während einer Pro-Kriegs-Demo beim Tragen einer Jacke zeigen, auf der ein großes „Z“ angebracht ist.

Der Buchstabe hatte sich zu Beginn des Krieges zu einem Symbol der Unterstützung für die russischen Streitkräfte entwickelt.

Jakub Kot, ein ehemaliger polnischer Skispringer, nannte die Aufnahme Klimovs auf die Liste der neutralen Athleten einen „gigantischen Skandal. Jemand scheint die Grenzen ausloten zu wollen“.

DEINE MEINUNG

Ein „Putin-Freund“ beim Weltcup in Polen?

Kot erklärte im Interview mit SportoweFakty weiter: „Entweder die FIS weiß nicht, wem sie da die Erlaubnis gegeben hat, was ich mir schwer vorstellen kann, oder sie haben es einfach durchgewunken und gedacht: Es ist jetzt so lange her, es ist Zeit, in die Normalität zurückzukehren. Jemand sollte das lieber schnell erklären, obwohl ich vermute, dass es kaum was ändern würde.“

Es handele sich um ein riskantes Spiel ohne Gewinner. Zwar habe er sich mit dem polnischen Ministerium in dem Fall noch nicht ausgetauscht, er könne sich aber nur schwer vorstellen, dass „Putin-Freund Klimov in Wisla sein wird“.

Er glaube nicht, dass Klimov ein Visum für die Einreise nach Polen erhalten werde. „Schon allein die Aufnahme der Russen war eine realitätsferne Idee, die nicht an die vorherrschenden Gegebenheiten angepasst war. Nun wurden neue Grenzen überschritten.“

Russische Sportler seit Juli wieder zugelassen

Zur Erklärung: Auf die Liste der „Individual Neutral Athletes“ schafft es nur, wer eine Neutralitätserklärung unterschrieben hat. Mit nationalen Symbolen dürfen Sportler aus Russland und Weißrussland nicht zu internationalen Wettkämpfen antreten.

Die Vorgaben werden fortlaufend überprüft, hatte die FIS ursprünglich mitgeteilt. Was eine etwaige Überprüfung im Fall Klimov ergeben hat, geht aus der neu veröffentlichten Liste nicht hervor. Neben dem Olympiazweiten von Peking (2022) im Mixed wurden auch vier weitere Skispringer aus Russland zugelassen.

Die Aufhebung der Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees hatte das Internationale Olympische Komitee im Juli 2026 offiziell gemacht.