Als Formel-1-WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli die verzweifelten Versuche seiner Konkurrenten abgewehrt hatte, galt der erste Gedanke seinem Vater. „Happy Birthday, Dad“, gratulierte der Teenager über Funk.

Das Geschenk zum 62. Geburtstag von Papa Marco Antonelli hatte er in Spa-Francorchamps mit der Pole Position geliefert. Schließlich war Startplatz eins für den Großen Preis von Belgien oder „mindestens die erste Reihe“ der ausdrückliche Wunsch gewesen

In 1:44,361 Minuten war der Italiener im Qualifying auf dem traditionellen Kurs von Spa-Francorchamps nicht zu schlagen. Sein Vorsprung von 0,317 Sekunden ist sogar der größte Vorsprung eines Polesitters in dieser Saison bislang.

Kimi Antonelli schnappte sich in Belgien die Pole Position
Kimi Antonelli schnappte sich in Belgien die Pole PositionKimi Antonelli schnappte sich in Belgien die Pole Position© IMAGO/NurPhoto

Die erste Reihe beim Rennen am Sonntag (ab 15 Uhr im LIVETICKER), bei dem Antonelli als großer Favorit gilt, komplettiert Max Verstappen im Red Bull.

Der viermalige Weltmeister profitierte dabei vom ausgiebigen Windschatten seines Teamkollegen Isack Hadjar, den dieser ihm im dritten Sektor gab. „Notfalls hätte ich ihn geschoben“, witzelte Verstappen über die Tatsache, dass er zeitweise fast im Heck ging.

Hamilton ärgert sich nach heftigem Crash

Trotz seines heftigen Crashes im dritten Training fuhr Ferrari-Pilot Lewis Hamilton am Nachmittag auf Rang sechs.

Dennoch ärgerte er sich nach dem Qualifying: „Ich denke, wir hätten um die Top 3 kämpfen können, wenn ich dieses Problem in FT3 nicht gehabt hätte.“

Bei Ferrari hatte es bereits vor dem Start des Qualifyings einen Wettlauf gegen die Zeit gegeben. „Ich habe das Auto zerstört“, funkte er. Die Mechaniker reparierten den SF-26 rechtzeitig.

Formel 1: Sechste Pole für Antonelli

Für den 19 Jahre alten Italiener ist es die sechste Pole Position. Sie gelang ihm mit der letzten schnellen Runde, nachdem zwischenzeitlich McLaren-Pilot Lando Norris und Verstappen vorne gelegen hatten.

Norris muss wegen neu verbauter Teile eine Strafe absitzen und startet vom 13. Platz. Seinen dritten Platz nimmt George Russell ein, auch Charles Leclerc und Rekordweltmeister Lewis Hamilton rücken mit ihren Ferraris um jeweils einen Rang nach vorne, sie starten von Platz vier und fünf.

Auch wegen zweier Defekte in Barcelona und Silverstone hatte Antonelli lediglich 23 von 83 möglichen Punkten aus den jüngsten drei Rennen geholt. Teamkollege Russell hat 25 Zähler Rückstand. WM-Dritter ist Hamilton, ihm fehlen 32 Punkte zur Spitze.

Formel 1: Mehrere Piloten mit Startplatzstrafen

Die Startaufstellung wird in den Ardennen aber ohnehin durcheinandergewürfelt. Mehrere Fahrer haben neue Teile an ihren Autos verbaut und dafür Startplatzstrafen kassiert.

Norris und Aston-Martin-Pilot Lance Stroll müssen zehn Plätze nach hinten, Altmeister Fernando Alonso und Red-Bull-Pilot Isack Hadjar werden am Ende des Feldes starten.

Davon profitiert auch Nico Hülkenberg. Der Emmericher beendete das Qualifying als 14. und rutscht immerhin zwei Plätze nach vorne. Er musste sein Auto nach Q2 mit einem Hydraulikproblem auf der Strecke abstellen. Teamkollege Gabriel Bortoleto geht strafenbereinigt von Platz acht ins Rennen.


Mit Sport-Informations-Dienst (SID)