Bevor Sandro Wagner beim FC Augsburg krachend gescheitert ist, war er Assistent des früheren Bundestrainers Julian Nagelsmann. Rund zwei Wochen nach dessen Aus hat Wagner seinen einstigen Chef nun in Schutz genommen.
„Es gab so viel Kritik, vor allem an Julian. Weniger an den Spielern, finde ich“, erklärte Wagner im Interview mit dem kicker. „Das hat sich ein Stück weit geändert, früher gab es mehr Kritik an den Spielern. Wir hatten zu wenige Spieler in Topform. Da ist es mir zu leicht, nur auf den Trainer und aufs Trainerteam zu gehen.“
Wagner zu Folge wird es der Thematik nicht gerecht, sich lediglich auf Nagelsmann einzuschießen. „Viele Themen haben dazu beigetragen, dass es nicht so erfolgreich war. Man muss es schon von beiden Seiten betrachten.“
Auf konkrete Ursachenforschung wollte sich der Ex-Bayern-Stürmer nicht begeben, schließlich stehe es ihm nicht zu, „die Fehler zu suchen oder zu benennen. Das ist nicht meine Aufgabe.“
WM? „Du brauchst Spieler am Limit“
Dennoch richtete Wagner ein paar kritische Fragen Richtung DFB: „Wurde den Spielern eine Plattform geboten, dass sie sich wohlfühlen? Im System, im Umfeld, damit sie ihre Top-Leistung bringen können?“ Denn „um bei einer WM etwas zu reißen, brauchst du Spieler am Limit“.
Spieler am Limit hatte die deutsche Auswahl bei der Heim-EM 2024. Die Elf von Trainer Nagelsmann und Assistent Wagner, die im Viertelfinale tragisch an Spanien scheiterte, wurde von formstarken Spielern wie Jamal Musiala oder Joshua Kimmich getragen.
„Was ich viel entscheidender finde: Wir hatten eine richtig gute Dynamik mit den Fans. Dieses Jahr war gefühlt nicht so harmonisch, die Begeisterung war nicht so zu 100 Prozent da“, verglich Wagner. „Natürlich hatten wir da den Faktor der Heim-EM.“