Geht es nach den beiden Weltmeistern Max Verstappen und Lewis Hamilton, dürfte bereits ein elftes Team in der Formel 1 fahren.

„Es ist großartig, denn es ist eine Option für mehr Jobs und es gibt zwei mehr Fahrersitze, von denen einer vielleicht auch an eine weibliche Fahrerin geht. Es eröffnet mehr Möglichkeiten“, erklärte Mercedes-Pilot Hamilton vor dem anstehenden Grand Prix in Katar (im SPORT1-Liveticker).

„Es wäre schön, weil es mehr Möglichkeiten für die Fahrer gibt“, pflichtete ihm auch Red-Bull-Star Verstappen bei, der jedoch auch die andere Sichtweise der Teams nachvollziehen kann. „Aber ich verstehe, dass es aus Sicht der Teams nicht alle wollen. Das wird sicher keine leichte Entscheidung.“

Alonso: „Es wäre ein guter Name für die Formel 1″

Jüngst hatte der ehemalige Rennfahrer Michael Andretti sich mit seinem US-Projekt für einen zusätzlichen Platz beworben, was zunächst vom internationalen Automobilverband genehmigt wurde – Andretti befindet sich nun in der finalen Phase seiner Bewerbung.

„Es wäre ein guter Name für die Formel 1 und sicher ein gutes Team“, sagte Aston Martins Fernando Alonso. „Diese Entscheidung liegt aber nicht an uns, deswegen müssen wir abwarten.“

Ab 2025 will die FIA ohnehin mehr als nur zehn Teams in der Formel 1 haben. Der größte Streitpunkt ist bislang das hohe Antrittsgeld, mit dem die etablierten Teams entschädigt werden, da sie künftig einen kleineren Teil an den Vermarktungseinnahmen kassieren würde.

Teambesitzer wollen kein elftes Team

Und genau hier kommen die Teams ins Spiel, die im Gegensatz zu den Fahrern überhaupt nicht davon begeistert sind, einen weiteren Konkurrenten im Feld aufzunehmen. „Ich glaube, dass die Formel 1 im Moment boomt, der Sport war noch nie so gut wie jetzt. Und ich glaube, wenn etwas nicht kaputt ist, sollte man es nicht reparieren“, kam Lawrence Stroll, Besitzer der Edelmarke Aston Martin und des gleichnamigen F1-Teams, mit sachter Kritik aus der Deckung.

Unter den Teambesitzern und Sportlichen Leitern erhält Stroll mit solchen Aussagen viel Zuspruch. Ferrari-Teamchef Fred Vasseur sagte am Freitag, er sei „kein Fan“ davon, ein elftes Team zuzulassen. Andrea Stella von McLaren merkte an, ein Neuling müsste schon „dem Sport etwas Substanzielles bringen“. Schließlich geht es um viel Geld, und niemand möchte auf einen Cent verzichten.

Der kommerzielle Rechteinhaber Liberty Media schüttete 2022 satte 1,157 Milliarden US-Dollar an die Rennställe aus – Rekord. Ein neues Team müsste sich für „nur“ 200 Millionen Dollar einkaufen, würde aber an diesem Kuchen partizipieren. Den etablierten Zehn stößt das auf, zumal jedes weitere Team auch ein Kontrahent im Kampf um dieselben Sponsoren wäre.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)