Tausende Menschen hingen wie gebannt vor ihren Bildschirmen, als Extremsportler Arda Saatci seine nächste atemberaubende Challenge beendete.

Der Deutsch-Türke hatte soeben seine Tour vom Death Valley bis zum Pier von Santa Monica im Gebiet von Los Angeles erfolgreich abgeschlossen und dabei knapp 605 Kilometer Strecke (!) zurückgelegt. Insgesamt benötigte Saatci 123 Stunden, 21 Minuten und 10 Sekunden für seinen Ultralauf.

„Der Schweinehund hat nicht nur einmal „kuckuck“ gemacht“

„Der Schweinehund hat nicht nur einmal „kuckuck“ gemacht“

Dass Saatci jedoch nicht nur in der Lage ist, extreme sportliche Hürden zu bewältigen, sondern ebenfalls nicht davor zurückschreckt, seine tiefsten Emotionen an die Öffentlichkeit zu kehren, bewies er im SPORT1-Podcast Deep Dive.

Enttäuschung? Saatci offenbart „tiefe Narbe“

Saatci betonte immer wieder, wie wichtig es ihm ist, die Leute stolz zu machen und niemanden zu enttäuschen. Angesprochen darauf, dass er sich darum keine Sorgen machen müsse, meinte der 28-Jährige: „Es ist schön so etwas zu hören.“ Anschließend atmete er tief durch und begründete seine Wahrnehmung.

„Von klein auf ist es immer mein Ziel gewesen, als Sportler in der Welt seine Daseinsberechtigung zu haben – und das ist es immer noch. Ich sage es immer wieder: Mein Ziel ist es, ‚Face of Sport‘, also einer der einflussreichsten Sportler der Welt, zu werden“, betonte Saatci, der in seiner Jugend noch von einer Karriere als Profifußballer träumte.

„Fußball hat mein Herz gebrochen“, meinte er und offenbarte: „Als ich den Sprung zum Fußballprofi nicht geschafft habe, habe ich gegenüber meiner Familie und allen anderen verspürt, dass ich sie enttäuscht habe. Das ist so eine tiefe Narbe in mir, dass ich mir danach geschworen habe, dass ich sie nicht mehr enttäuschen möchte.“

Auch wenn seine Familie heute wohl sagen würde, dass er sie nicht enttäuscht habe, wolle Saatci ihnen das „schönstmögliche Leben“ bieten. In der Schule sei er nie „sonderlich gut“ gewesen, weshalb ihm schnell klar wurde: „Ich werde dort nie so Fuß fassen können wie im Sport und ihnen nie das Leben ermöglichen können, das ich mir für sie wünsche. Deswegen war es für mich diese tiefe Enttäuschung.“

Was bedeutet „Face of Sport“?

Dennoch habe Saatci sich damals gesagt: „Ich werde es trotzdem irgendwie hinbekommen. Ich weiß zwar nicht wie, aber irgendetwas wird sich schon herauskristallisieren.“

Wie nah er seinem Ziel zum „Face of Sport“ zu werden bereits ist, könne er nicht über sich selbst sagen, auch wenn er „zu 100 Prozent einen Schritt näher gekommen“ sei. Darüber hinaus definierte Saatci auch noch einmal, was er mit dem Begriff genau meint.

„Es bedeutet für mich nicht, irgendwie der Krasseste in etwas zu sein. Für mich sind es die Werte, die ich versuche zu übermitteln. Die Dinge, die ich machen und das, wofür ich stehe. ‚Face of Sport‘ bedeutet für mich, dass wenn du an Sport denkst, du auch an den Namen Arda Saatci denkst“, meinte der Extremsportler. In der Reihe der Lieblingssportler einer Person solle in Zukunft auch der Name Arda Saatci auftauchen.