Der DDR-Olympiasieger Wolfgang Behrendt ist tot. Nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes verstarb der ehemalige Boxer bereits am 22. Juni im Alter von 90 Jahren. Die Bestattung habe im engsten Familienkreis stattgefunden.

1956 schrieb Behrendt Geschichte, als er bei den Olympischen Spielen in Melbourne als 20-Jähriger die erste olympische Goldmedaille für die DDR gewann. Im Bantamgewicht besiegte er damals den Südkoreaner Song Soon Chon.

Behrendt blieb dem Boxsport auch nach seiner Karriere treu

„Er hat zurückgezogen, aber selbstbestimmt gelebt bis zum Schluss“, sagte seine Schwiegertochter Marina Behrendt. „Persönliche Kontakte hat er in den vergangenen Jahren mehr und mehr vermieden. Letztlich war er körperlich und mental erschöpft.“

Auch Henry Maske, ebenfalls in der DDR geboren und Olympiasieger, äußerte sich zu dem Verlust: „Wolfgang Behrendt war ein sehr zurückhaltender, aufgeschlossener und angenehmer Mensch und ein sehr guter Boxer.“

Nach seiner aktiven Karriere blieb Behrendt dem Boxsport noch lange erhalten. Viele Jahre gehörte er dem Präsidium des DDR-Boxverbandes an und arbeitete darüber hinaus lange Zeit als Sportfotograf.

Privat musste er einige Schicksalsschläge verkraften. 2016 verstarb seine an Demenz erkrankte Frau. 2022 und 2026 verlor er zudem seine beiden Söhne. Mario, sein älterer Sohn, startete 1980 ebenfalls als Boxer für die DDR bei den Olympischen Spielen. Er erlag einer schweren Krankheit.