John Cena ist der beliebteste WWE-Wrestler der Welt, absolut gesehen.
Rund Millionen 40 Millionen Anhänger hat er zum Beispiel auf Facebook, mehr als Justin Timberlake und die Boyband One Direction. Was nicht heißt, dass Cena nicht auch gehasst wird – Justin Timberlake und One Direction kennen das Gefühl ja auch.
Ungezählte Male ist Cena in den Arenen laut ausgebuht worden. Beirren lassen hat die WWE sich davon nie, seit über einem Jahrzehnt füllt Cena in ihr offiziell die Rolle als Babyface aus, als der Gute.
Das könnte sich demnächst ändern.
Ist John Cena wirklich der "Greatest of all Time" der Wrestling-Liga? Wo stehen Hulk Hogan, The Rock, Roman Reigns, der Undertaker? Das SPORT1-Ranking.
Rückkehr als Heel?
Hinter den Kulissen der Showkampffirma wird einem Medienbericht zufolge ein Wandel Cenas zum Bösewicht debattiert – ein Heel-Turn, wie es in der Fachsprache heißt.
„Mehr als je zuvor“ werde das Szenario diskutiert, den derzeit wegen einer Schulterverletzung pausierenden Cena besagtem Turn zu unterziehen, schreibt Forbes. Das Wirtschaftsportal, das die WWE intensiver als die meisten anderen Mainstream-Medien beobachtet, beruft sich dabei auf WWE-interne Quellen.
So wie einst Hulk Hogan
Plausibel ist das in jedem Fall: Cena geht auf die 40 zu und es hat Tradition, dass alternde Publikumslieblinge im Wrestling die Rolle wechseln und damit dazu beitragen, dass ihre Nachfolge geregelt wird.
In den Achtzigern wurde Andre The Giant zum Gegenspieler des jungen Hulk Hogan und half so, ihn beim Publikum zu legitimieren. In den Neunzigern wiederum legte Hogan – mittlerweile wegen einer Rassismus-Affäre in wirkliche Ungnade gefallen – den wohl größten Heel-Turn aller Zeiten hin: Aus dem rot-gelb gewandeten Hulkster wurde der ganz in schwarz gekleidete Hollywood Hogan.
Der böse Hogan und seine New-World-Order-Gruppierung (nWo) waren ein Kassenschlager und dienen der WWE als potenzielles Vorbild für einen Schritt, den viele Fans schon seit vielen Jahren fordern.
Ein kommerzielles Risiko
Zu kindgerecht, zu eintönig ist Cenas Charakter für Kritiker, ein Heel-Turn aus ihrer Sicht eine dringend nötige Auffrischung.
Was die Verfechter eines bösen John Cena dabei oft übersahen: das kommerzielle Risiko, das die WWE damit eingegangen wäre.
Auch wenn es nur Show ist, wenn ein Wrestler sich von den Fans abwendet: Es hat realwirtschaftliche Folgen. Die Helden haben mehr Zugkraft, die Schurken verkaufen in der Regel weniger Fanartikel. Die WWE setzt angeblich um die 100 Millionen Dollar pro Jahr mit Cena um – der wohl entscheidende Grund, warum sie bislang vor einem Turn zurückgeschreckt ist.
Gegenspieler für Roman Reigns?
Wagt sie ihn nun doch? Das Szenario wäre nun umso spektakulärer und quotenträchtiger, nachdem es so lange tabu war.
Und: In Roman Reigns hat sie inzwischen ja den Mann gefunden, den sie für das große Zugpferd der Zukunft hält.
Ein böser John Cena als Gegenspieler könnte für Reigns nun das sein, was Andre The Giant einst für Hulk Hogan war.