Kylian Mbappé hat in dieser Saison Fußball-Geschichte geschrieben und steht doch wieder mit leeren Händen da. Der Franzose beendete die Spielzeit als Torschützenkönig in La Liga, der Champions League und holte sich zudem mit zehn Treffern auch die Torjägerkrone bei der WM – eine nie dagewesene Leistung.

„Sucht nicht danach, denn ihr werdet es nicht finden“, schrieb die Marca zu vergleichbaren Leistungen. Selbst Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo war ein solcher „Titel-Hattrick“ in ihrer langen Karriere bisher nicht gelungen.

Kylian Mbappé gewann mit Real Madrid in der vergangenen Saison keinen Titel
Kylian Mbappé gewann mit Real Madrid in der vergangenen Saison keinen TitelKylian Mbappé gewann mit Real Madrid in der vergangenen Saison keinen Titel© IMAGO/ZUMA Press Wire

Die nackten Zahlen sind beeindruckend: wettbewerbsübergreifend 58 Treffer, davon 25 in der Liga, 15 in der Champions League, zwei im Pokal sowie 16 für Frankreich. 15 Tore in einer Königsklassen-Saison sind der dritthöchste Wert der Geschichte – mehr schaffte nur Cristiano Ronaldo (17 bzw. 16 Tore).

Mbappé fehlen bei Real Madrid die großen Titel

Auch bei der WM wirbelte Mbappé im Frankreich-Dress und erzielte zehn Treffer. Eine zweistellige Anzahl an Toren bei einer Endrunde war zuletzt Gerd Müller 1970 gelungen. Mit nun 22 WM-Toren ist der 27-Jährige sogar der erfolgreichste Schütze der Turniergeschichte, Messi folgt mit 21.

So beeindruckend sich diese Statistiken lesen: Große Titel konnte der Star im weißen Dress von Real Madrid nicht gewinnen. „Mbappé ist der Erste, der vor allem Titel gewinnen will“, hielt die Marca fest. Seine einzigen beiden Erfolge stammen jedoch noch aus seiner Premierensaison 2024/25 und waren Wettbewerbe, für die sich Real noch in der Vorsaison ohne Mbappé qualifiziert hatte. Der UEFA Super Cup (2:0 gegen Atalanta Bergamo) und der FIFA Intercontinental Cup (4:0 gegen Pachuca). Mbappé traf in beiden Finals.

Und auch bei der WM zeigte sich, wie eng individuelle Ehrungen an Team-Erfolg geknüpft sind: Den Goldenen Ball als bester Spieler holte sich Rodri, der mit Spanien Weltmeister wurde und Frankreich um Mbappé im Halbfinale stoppte.

Mit Mourinho zum lang ersehnten Erfolg?

Dabei begann seine Saison unter Xabi Alonso „mehr als heiß“, ehe sich der Kurs drehte. Die Diskussionen um seine Verletzung im Januar und die Reise nach Paris für eine zweite Meinung veränderten die Dynamik – Mbappé bestätigte es selbst bei der WM: „Ich habe alles getan, was ich bei Real Madrid konnte, aber jeder weiß, dass ich im Januar eine komplizierte Verletzung hatte. Danach kam ich mental und körperlich gut zurück und habe versucht, in bestmöglicher Verfassung zur WM zu kommen.“

Jetzt ordnet sich Mbappé José Mourinho unter, der bei Real das Kommando übernommen hat – und zugleich die nächste heikle Aufgabe erbt: das Gleichgewicht zwischen Mbappé und Vinícius Júnior.

Vielleicht klappt es mit dem Portugiesen dann endlich mit dem ersten großen Titel bei Real Madrid. Solange muss Mbappé „das Kreuz“ (Marca) wohl noch mit sich herumtragen.

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