Cristiano Ronaldo stellt sich mit 41 Jahren erneut gegen das Verfallsdatum des Fußballs. Vor Portugals WM-Auftakt gegen die DR Kongo reagierte der Kapitän auf Fragen zu seinem Zustand gewohnt scharf: „Körperlich? Mir geht’s gut – hast du die Spiele nicht gesehen?“

Ronaldo kommt nicht als Nostalgie-Figur, sondern als Anführer einer Mannschaft, die sich im Kreis der Topteams sieht. Nach einer weiteren guten Spielzeit in Saudi-Arabien bei Al-Nassr bremst er dennoch die Erwartungshaltung: „Wir wissen nicht, ob wir Topfavoriten sind oder nicht. Das sieht man am Ende.“

Cristiano Ronaldo will mit Portugal Weltmeister werden
Cristiano Ronaldo will mit Portugal Weltmeister werdenCristiano Ronaldo will mit Portugal Weltmeister werden© IMAGO/NurPhoto

In Gruppe K warten neben der DR Kongo auch Usbekistan und Kolumbien – Namen, die auf dem Papier lösbar wirken, aber keine Punkte verschenken werden. Ronaldos Plan klingt simpel, ist aber WM-Erfahrung pur: „Wichtig ist, das erste Spiel gut zu starten, dann das zweite und das dritte. Der Weg entsteht beim Gehen.“

Medizin-Check wie damals – nur 23 Jahre später

Für Aufsehen sorgten die internen Fitness-Checks der Portugiesen. Eine Team-Ärztin, die Ronaldo schon zu Beginn seiner A-Nationalmannschaftszeit begleitete, erkannte bei dem Superstar fast identische Werte wie bei seinem Portugal-Debüt im Jahr 2003: „Das nennst du einen Athleten.“

Dass sein Körper so lange liefert, ist kein Zufall, sondern Programm: kontrollierte Ernährung, akribische Regeneration, individuell gesteuerte Trainingsreize. Ronaldo hat diesen Profi-Standard über zwei Jahrzehnte zur eigenen Marke gemacht – und lässt ihn nun erneut auf der größten Bühne testen.

Auch Trainer Roberto Martinez sendet vor dem Turnierstart ein klares Signal der Stabilität: „Wir haben 27 Spieler einsatzfähig. Alle sind bereit – wir sind bereit.“ Portugals Stimmung: fokussiert, selbstbewusst, ohne Übermut.

Ronaldo mit WM-Ansage

Der Rekordtorschütze Portugals weiß, dass eine WM mehr verlangt als Topwerte im Labor.

„Wenn die Dinge ernst werden, werden wir die echten Champions sehen“, warnte er – eine Botschaft an die Konkurrenz und zugleich sein persönlicher Maßstab für dieses Turnier.