Paolo Maldini hat mit neuen Aussagen zur beinahe geglückten Verpflichtung von Pep Guardiola als italienischer Nationaltrainer aufhorchen lassen. Der Starcoach zeigte bei den Gesprächen demnach großes Interesse und stand sogar kurz vor einer Zusage.
„Er ist der Trainer, der den technischen und offensiven Fußball am stärksten verkörpert“, sagte Maldini im Gespräch mit dem Corriere della Sera über Guardiola. Über gemeinsame Freunde habe der Spanier zuvor den Gedanken verlauten lassen, eine Nationalmannschaft trainieren zu wollen. Maldini und sein Berater, der frühere brasilianische Nationalspieler Leonardo Nascimento de Araújo, reisten daraufhin zu Guardiola nach Barcelona.
Guardiola schrieb schon Aufstellungen
„Wir sind nach Barcelona gefahren, um ihn zu treffen, haben zusammen zu Mittag gegessen und einen ganzen Tag lang gesprochen. Es reizte ihn sehr. Er war sehr nah dran, zuzusagen. Er hatte sogar angefangen, Aufstellungen auf Zettel zu schreiben …“, berichtete Maldini über die Gespräche.
Auch die kolportierten finanziellen Forderungen Guardiolas seien dabei kein Hindernis gewesen. „Aber das Geld, die 20 Millionen Euro, von denen die Rede war, war nie ein Thema. Pep hat uns ganz klar gesagt: Gebt mir einen Euro weniger als der letzte Nationaltrainer bekommen hat, dann passt es für mich.“
Daran scheiterte der Guardiola-Coup
Letztlich entschied sich Guardiola dennoch gegen den Job bei der Squadra Azzurra. „Aber er hat aus Erschöpfung Nein gesagt. Er kommt aus zehn zermürbenden Jahren in der Premier League. Er hat sich am Rücken operieren lassen. Er will sich ausruhen“, erklärte Maldini.
Wie ernsthaft sich Guardiola mit einem Engagement beschäftigte, zeigte sich laut Maldini auch an der inhaltlichen Tiefe des Austauschs. „Aber es war ein sehr ernsthaftes Gespräch, wir haben die Kader studiert, von der U17 an aufwärts …“ Nach Guardiolas Absage rückte schließlich Andrea Pirlo in den Fokus.
Maldini nur 16 Tage im Amt
Die Trainersuche war nach Italiens verpasster Qualifikation für die WM 2026 notwendig geworden. Die Squadra Azzurra fehlte damit zum dritten Mal in Folge bei einer Weltmeisterschaft, woraufhin es auch in der Führung des Verbandes zahlreiche Veränderungen gab.
Maldini übernahm den Posten des Technischen Direktors, trat jedoch bereits nach 16 Tagen wieder zurück. Auslöser war die Entscheidung des Verbandes, Andrea Pirlo trotz der Unterstützung von Maldini nicht zum Nationaltrainer zu machen. Der 58 Jährige sah darin einen Bruch der zuvor getroffenen Absprachen mit Verbandspräsident Giovanni Malagò. Den Job bekam letztlich Roberto Mancini.