Beim portugiesischen Traditionsklub Boavista Porto gehen wohl endgültig die Lichter aus. Der Meister von 2001 muss zum 31. Juli den Spielbetrieb einstellen.

Das geht aus einem Schreiben der Insolvenzverwalterin Clarisse Barros, aus dem die Zeitung O Jogo zitiert, hervor.

Demnach sei erneut die monatliche Gebühr zur Verlängerung des Insolvenzverfahrens in Höhe von 55.000 Euro nicht gezahlt worden. Der Insolvenzverwalter werde daher die „Schließung des Betriebs“ einleiten, hieß es in dem Schreiben.

„Boavista wird seine Pforten schließen“

„Damit werden alle von Boavista FC im Estádio do Bessa und den angrenzenden Räumlichkeiten durchgeführten Aktivitäten, einschließlich aller von Boavista FC angebotenen Sportarten, eingestellt“, teilte Barros weiter mit.

Bis Ende des Monats müssen die Schlüssel für das Stadion und die anderen vom Verein genutzten Räumlichkeiten übergeben werden. „Boavista wird seine Pforten schließen“, schrieb A Bola.

Ein Jahr nach dem Abstieg aus der Primeira Liga steht der 1903 gegründete Traditionsklub vor dem endgültigen Aus.

Boavista spielte in der Champions League gegen den FC Bayern

Seine sportlich erfolgreichste Zeit erlebte der Klub mit den markanten Trikots im Schachbrettmuster 2001 mit dem Gewinn der portugiesischen Meisterschaft.

Anschließend spielte Boavista in der Champions League gegen den FC Bayern und erreichte in der Saison 2002/2003 das Halbfinale des UEFA-Cups. Doch in der Folgezeit entwickelte sich der Verein zu einem absoluten Chaosklub.

Boavista Porto spielte 2002 in der Champions League gegen den FC Bayern
Boavista Porto spielte 2002 in der Champions League gegen den FC BayernBoavista Porto spielte 2002 in der Champions League gegen den FC Bayern© IMAGO/WEREK

2021 übernahm der luxemburgische Geschäftsmann Gérard Lopez die Mehrheit der Klubanteile. Der Investor ist kein Unbekannter, erst in dieser Woche stürzte Girondins Bordeaux, ein weiterer Klub in Lopez‘ Portfolio in die sechste französische Liga ab.

Boavista musste in der vergangenen Saison Insolvenz anmelden. Mit einer verzweifelten Transferoffensive versuchte der Klub vergeblich, den sportlichen Absturz in die zweite Liga noch abzuwenden.

Nun droht der Verein komplett von der Bildfläche zu verschwinden.