Schiedsrichter Anthony Taylor hat mit sofortiger Wirkung seine Karriere als aktiver Referee beendet.

In einer Erklärung, die über die Schiedsrichterorganisation Pro Ref (ehemals PGMOL) veröffentlicht wurde, sagte Taylor: „Das Pfeifen auf höchstem Niveau war ein großes Privileg, aber der Druck ist enorm und man steht ständig unter genauer Beobachtung. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, mich zurückzuziehen und mich auf den Übergang zum nächsten Kapitel meiner Karriere zu freuen.“

Anthony Taylor macht Schluss
Anthony Taylor macht SchlussAnthony Taylor macht Schluss© IMAGO/APL

Taylor und die Europameisterschaft 2024

Der englische Schiedsrichter leitete in über 20 Jahren insgesamt 831 Pflichtspiele und zählt im internationalen Fußball zu den absoluten Top-Schiedsrichtern. Deutschen Fußballfans wird Taylor nicht in bester Erinnerung bleiben.

Der 47-Jährige leitete bei der Europameisterschaft 2024 das Viertelfinale zwischen Deutschland und Spanien, das die DFB-Auswahl nach Verlängerung mit 1:2 verlor. Ein klares Handspiel im Strafraum von Spaniens Marc Cucurella wertete Taylor nicht als strafbar, weshalb der Unparteiische den Unmut vieler deutscher Fans auf sich zog.

Mehrere Monate später räumte die UEFA ein, dass Cucurellas Handspiel tatsächlich strafbar war und es Elfmeter für Deutschland hätte geben müssen.

Taylor pfiff Portugal gegen Spanien bei der WM 2026

Bei der WM 2026 war Taylor letztmals im Einsatz. Er leitete das Achtelfinale des späteren Weltmeisters Spanien gegen Portugal (1:0). Der Engländer pfiff zudem Partien bei der WM 2022 sowie den Europameisterschaften 2020 und 2024. Bei der EURO vor sechs Jahren hatte er viel Lob für den Umgang mit dem tragischen Zusammenbruch von Dänemarks Christian Eriksen erhalten. Im Europacup trug der Engländer bei drei Finalspielen die Verantwortung, unter anderem beim Triumph des FC Bayern 2020 im Duell mit dem FC Sevilla um den UEFA-Super-Cup.

In besonderer Erinnerung blieb Taylor allerdings das Europa-League-Finale 2023 zwischen Sevilla und der AS Rom. Der damalige Roma-Coach José Mourinho bezeichnete Taylor als „Schande“ und stellte ihn sogar auf einem Parkplatz zur Rede. Als Taylor anschließend in Budapest mit seiner Familie durch den Flughafen ging, wurde er von wütenden Fans angegangen. Später sprach er von der „schlimmsten Situation“, die er in seiner Karriere erlebt habe.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)