Andrea Pirlo ist nach eigenen Angaben kein Kandidat mehr für den Job als Nationaltrainer Italiens.
Der ehemalige Profi stand vor einigen Tagen als neuer Coach der Squadra Azzurra eigentlich schon fest – doch nun ist der sich anbahnende Deal wohl in die Brüche gegangen.
„Aus Respekt vor den Institutionen, dem Verband und allen Beteiligten habe ich mich bisher dafür entschieden, zu schweigen, doch nachdem ich gestern Abend erfahren habe, dass ich nicht mehr als Kandidat für den Trainerposten der italienischen Nationalmannschaft im Gespräch bin, halte ich es für notwendig, einige Aspekte zu klären“, schrieb Pirlo in einem längeren Statement.
Pirlo weist politische Verbindung zu Russland zurück
In diesem bedankte er sich unter anderem beim Technischen Direktor Paolo Maldini und dessen Berater Leonardo, die ihn verpflichten wollten. Grund für die Wende ist Pirlos Verbindung zum russischen Wettanbieter Fonbet.
Diese rechtfertigte Pirlo wie folgt: „Die berufliche Zusammenarbeit, die Gegenstand der jüngsten Kontroverse ist, entstand im Rahmen meiner Tätigkeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten und ist ausschließlich kommerzieller und sportlicher Natur.“
Der Verbindung zu Fonbet eine politische Bedeutung zuzuschreiben, bedeute, ihm „Überzeugungen zu unterstellen, die ich nie geäußert habe und die mir fremd sind.“
Er bedauere, dass eine sportliche Entscheidung „schnell in eine öffentliche Auseinandersetzung hineingezogen wurde, die letztendlich meiner Person Bedeutungen und Absichten unterstellte, die mir fremd sind.“
So kam es zu Pirlos Deal mit dem umstrittenen Wettanbieter
Der 47-jährige Pirlo steht derzeit beim Erstligisten United FC in Dubai unter Vertrag und dient zugleich als globaler Markenbotschafter des Wettanbieters Fonbet.
Problematisch ist die russische Herkunft des Unternehmens vor dem Hintergrund von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, auf deren Seite Pirlos Heimat Italien klar steht.
Für Kritik sorgte zuletzt außerdem ein Werbeauftritt Pirlos in Moskau vor zwei Monaten gemeinsam mit Ex-Nationalspieler Marco Materazzi.
Als mögliche Kandidaten für den Italien-Posten gelten nun wieder Roberto Mancini und Antonio Conte. Allerdings droht die FIGC dann wieder ohne Technischen Direktor dazustehen. Maldini hat offenbar angekündigt, ohne Pirlo stünde auch er nicht mehr zur Verfügung für einen strukturellen Neuaufbau.