Kai Havertz lässt den FC Arsenal mehr denn je von der ersten englischen Meisterschaft seit 2004 träumen: Die Gunners gewannen am Montagabend gegen den FC Burnley dank eines Treffers des deutschen Nationalstürmers mit 1:0 (1:0) und haben nun glänzende Aussichten, sich zum Champion zu krönen.

Schon am späten Dienstagabend könnte es soweit sein: Gewinnt Verfolger Manchester City, wo Startrainer Pep Guardiola laut Medienberichten nach Saisonende zurücktreten will, nicht beim AFC Bournemouth (20.30 Uhr), ist Arsenal der Titel in der Premier League bei noch einem ausstehenden Spiel rechnerisch nicht mehr zu nehmen.

Kai Havertz kam um einen Platzverweis herum
Kai Havertz kam um einen Platzverweis herumKai Havertz kam um einen Platzverweis herum© IMAGO/Shutterstock

FC Arsenal: Havertz trifft entscheidend

Havertz (37.) sorgte mit seinem furiosen Kopfballballtor für den Sieg gegen das bereits als Absteiger feststehende Burnley um den deutschen Torhüter Max Weiß. Nach einer Ecke stieg der deutsche Nationalspieler am höchsten empor und köpfte den Ball unhaltbar ein.

Bei einem Spiel mehr haben die Nordlondoner nun fünf Punkte Vorsprung auf City. Am letzten Spieltag ist das Team von Trainer Mikel Arteta am Sonntag bei Crystal Palace zu Gast (17.00 Uhr), City empfängt zeitgleich Aston Villa.

Arsenal dominierte die Partie gegen Burnley von Beginn an, agierte dabei jedoch zunächst nervös. In der Endphase der ersten Hälfte stand Havertz nach einer Ecke von Bukayo Saka dann genau richtig. Auch nach der Pause blieben die Gastgeber spielbestimmend.

Fehlentscheidung? Hätte Havertz Rot sehen müssen?

Nach 67 Minuten hatte Havertz mächtig Glück, nicht mit Rot vom Platz gehen zu müssen – der 26-Jährige traf Gegenspieler Lesley Ugochukwu von hinten voll an der Achillessehne.

„Das wäre eine krasse Fehlentscheidung, wenn er damit davonkommt“, sagte Ex-Nationalspieler Shkodran Mustafi bei Sky.

Doch trotz VAR-Check blieb es nur bei Gelb, zur Verwunderung von Mustafi: „Es ist eine Fehlentscheidung. Muss man ganz klar sagen. Er hat keine Chance mehr an den Ball zu kommen. Er trifft ihn von hinten in die Achillessehne. Das wäre für mich eine Rote Karte gewesen“, meinte der langjährige Gunners-Profi.

Havertz-Aktion spaltet englische Experten

Mustafi war mit dieser Meinung nicht allein. „Gemein von Havertz. Er ist meilenweit vom Ball entfernt. Das gefällt mir gar nicht“, befand Gary Neville beim englischen Sky Sports. Auch er plädierte für einen Platzverweis: „Havertz ist ein glücklicher Junge.“

Jamie Carragher pflichtete ihm bei: „Warum der Schiedsrichter keine Rote Karte gegeben hat, weiß ich nicht – das muss eine Rote Karte sein. Nur die Wucht des Fouls hat ihn gerettet. Ich kann mir kaum vorstellen, wie man damit durchkommt, wenn man bedenkt, wie hoch am Schienbein der Ball war.“

Mit Patrick Vieira hatte Havertz aber auch einen prominenten Fürsprecher: „Für eine Rote Karte fehlte es an Härte und Intensität. Die Gelbe Karte war eine richtige Entscheidung.“

Unmittelbar nach dem Foul wurde Havertz ausgewechselt. Arsenal drängte in der Folge weiter auf das zweite Tor, Burnley hielt dagegen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)