Nach Boris Beckers deutlicher Kritik am Deutschen Tennis Bund (DTB) hat Veronika Rücker den Kontakt mit der Ikone gesucht. „Wir haben in München ein Gespräch geführt, haben das geklärt und an der Stelle werden wir auch weiter im Austausch bleiben“, sagte die DTB-Sportvorständin am Rande des ATP-Turniers am Hamburger Rothenbaum.
„Er hat zugesagt, dass er sich jetzt unser neues Leistungssportkonzept mal detailliert anschaut und dann auch gegebenenfalls mit Optimierungsvorschlägen kommen wird“, ergänzte Rücker: „Und dann werden wir den Austausch nochmal fortsetzen.“
Harsche Becker-Kritik am DTB
Im Podcast „Becker Petkovic“, in dem auch Ex-Bundestrainerin Barbara Rittner kritische Töne anschlug, hatte der sechsmalige Grand-Slam-Champion deutliche Worte zur Beschreibung des deutschen Tennis gewählt.
Becker hatte ausgehend von der aktuellen Dürre im Spitzenbereich hinter Alexander Zverev zu einer Generalkritik ausgeholt und dabei auch die Expertise von Rücker infrage gestellt. An der Verbandsspitze brauche es „Menschen, die wirklich den Stallgeruch haben, die wissen, wie international trainiert wird“, forderte er.
Rücker hatte es in einer ersten Reaktion als bedauerlich eingeordnet, „dass ein Gesprächsangebot des DTB im Vorfeld des Podcasts nicht genutzt worden ist und dass keiner der aktuell verantwortlichen Bundestrainer in die Diskussion eingebunden wurde, sondern stattdessen auf eine suboptimale Informationsbasis zurückgegriffen wurde“.