Für die Titelverteidigung wäre Bundestrainer André Henning wohl auch ein wilder Ritt recht – Hauptsache, dieser führt seine Hockey-Männer auch mitten im Umbruch an ihr gewünschtes Ziel. Das Ergebnis der vergangenen zwei Jahre sei zwar, „dass wir noch ziemlich viel Achterbahn fahren“, resümierte der Coach einen Monat vor dem Start der Weltmeisterschaft in Belgien und den Niederlanden (15. bis 30. August) im Interview mit RTL/ntv, aber: „An guten Tagen können wir alle schlagen.“

DHB-Hockeyteam mitten im Umbruch

Das galt bisher vor allem in der Amtszeit von Henning, in der die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) auf erfolgreiche Jahre zurückblicken kann. Doch auf den dramatischen WM-Triumph 2023 in Indien folgte nach der schmerzhaften Finalpleite von Paris 2024 gegen die Niederlande auch der große postolympische Umbruch, bei der umjubelten Revanche gegen den Erzrivalen wurde er bei der Heim-EM im Vorjahr weiter vorangetrieben.

„Wir haben absolute Topleute verloren“, sagte Henning, seit dem EM-Sieg im vergangenen Sommer muss er beispielsweise auf seinen langjährigen Kapitän und absoluten Führungsspieler Mats Grambusch verzichten: „Da sind viele Verbindungen aufgebrochen, die sich gerade erst neu entwickeln müssen. So etwas braucht immer Zeit.“ Auch in der Pro League zeigte sich das in der vergangenen Spielzeit, nach teils erheblichen Leistungsschwankungen reihte sich das DHB-Team in dieser Spielzeit nur auf Rang sechs ein.

An seine „Mentalitätsmannschaft“, die gleichzeitig auch noch ein bisschen „Wundertüte“ sei, glaubt der Coach trotzdem fest. Es gelte, die Topleistungen, die die noch junge Mannschaft bereits gezeigt habe, in Zukunft konstanter zu gestalten: „Wir müssen nur noch hinkriegen, die guten Tage auch bei der WM zu erwischen. Dann können wir um alles mitspielen.“