Der Champions-League-Traum ist geplatzt, die Enttäuschung aber längst überwunden.

Der SC Magdeburg, der nach Platz 4 in der vorigen Saison nicht wie erhofft eine Wildcard für die Champions League erhielt, nimmt nun mit neuen Kräften einen neuen Anlauf – und bläst mit Taten statt mit Worten zur Jagd auf die großen Drei in der DKB HBL.

Meister THW Kiel, Vize Rhein-Neckar Löwen und Pokalsieger Flensburg seien „klare Kandidaten für die ersten drei Plätze“, tritt Sveinsson im Gespräch mit SPORT1 auf die Bremse. „Der Unterschied zu den restlichen Mannschaften ist sehr groß.“

Mehr Stammspieler, mehr Varianten

Doch seine Magdeburger haben ihren „immer schon guten Kader noch mal verstärkt“, urteilt SPORT1-Experte und SCM-Legende Stefan Kretzschmar in seiner Saisonprognose.

Er erwartet, dass sich das in der Vorbereitung ungeschlagene Team zumindest „oben festsetzt und direkt hinter den drei Meisterschaftsfavoriten einordnet“.

„Wir versuchen, dran zu bleiben“, sagt Sveinsson zu SPORT1. „Wir werden das Gleiche wie letztes Jahr machen und sehen, wie es läuft.“

Dabei freut den Isländer die größere Manpower: „In der letzten Saison haben wir nur 13 Stammspieler gehabt. Jetzt können wir von 14 reden. Also haben wir mehr Spieler, um mehrere Varianten zu spielen.“ Zu sehen bereits beim Heimturnier, als der SCM zweimal gegen den französischen Erstligisten St. Raphael gewann – unter anderem mit einer 3-2-1-Deckung.

Noch ein Torschützenkönig

Doch auch quantitativ haben die Magdeburger zugelegt. Zwar erhielt der 36-Jährige Bartosz Jurecki, nicht nur Kretzschmars Meinung nach „das Idol der letzten Jahre“, keinen neuen Vertrag.

Der polnische Nationalspieler Bartosz Jurecki (r.) spielte neun Jahre lang für den SCM
Der polnische Nationalspieler Bartosz Jurecki (r.) spielte neun Jahre lang für den SCM

Neu am Kreis ist der kroatische Nationalspieler Zeljko Musa, und auch die weiteren Zugänge Finn Lemke und Michael Damgaard sind Hochkaräter.

Der deutsche Nationalspieler Lemke ist ein „Shooter, der für leichte Tore sorgen wird“, glaubt Kretzschmar. Und mit Damgaard stößt der Torschützenkönig der dänischen Liga zu Robert Weber, dem Toptorjäger der Bundesliga.

Lust und Last Europapokal

Nachdem ihn eine bakterielle Entzündung im linken Arm außer Gefecht gesetzt hatte, feierte der Rückraumlinke am Sonntag mit fünf Toren ein erfolgreiches Debüt für den SCM. „Die drei Neuzugänge haben das bisher gut gemacht, ich bin sehr zufrieden“, lobt Sveinsson.

Die Sachsen-Anhaltiner sind also bereit für die Rückkehr aufs internationale Parkett, die nun halt im EHF-Pokal über die Bühne geht.

„Natürlich wollen wir so weit wie möglich kommen und haben unsere Erwartungen“, erklärt Sveinsson, sagt aber auch: „Der EHF-Cup bedeutet mehr Belastung.“

Flensburg für Sveinsson Titelfavorit

Daran denkt er aber kurz vor dem Auftakt im DHB-Pokal mit dem Viererturnier im westfälischen Hagen, wo es zunächst gegen den Zweitligisten SV Henstedt-Ulzburg  geht, und dem Ligastart am folgenden Wochenende nicht.

„Wir versuchen, uns in allen Aspekten zu verbessern“, sagt Geirsson – ohne die Platzierung anzusprechen.

Kein Wunder: Die Flensburger, 2014/15 unmittelbar vor dem SCM in der Abschlusstabelle, sind nun Sveinsons Titelanwärter Nummer 1: „Ich sehe sie als Favoriten. Wenn alle gesund sind, haben sie eine ganz starke Truppe.“