Unmittelbar vor dem größten Spiel der norwegischen Fußball-Geschichte (WM-Viertelfinale am Samstag gegen England) hat Norwegen ein Hotel-Desaster erlebt. Wie Norwegens Logistikmanager Truls Daehli bestätigte, hat das Team um Superstar Erling Haaland kurzerhand das Hotel gewechselt.
„Es ist hart, umziehen zu müssen, aber wir sind mit dem neuen Ort zufrieden und alle sind jetzt glücklich“, sagte Daehli im Gespräch mit dem norwegischen Sender NRK.
Norwegen-Stars bekamen wohl schimmlige Zimmer
Nach Informationen des Senders bekamen die norwegischen Spieler im Hotel „The Dalmar“ in Fort Lauderdale Zimmer zugeteilt, die entweder verraucht, schimmlig oder schlecht gereinigt waren. Ebenfalls lag das Hotel neben einer Baustelle, weshalb sich die Spieler über Lärm durch eine stark befahrene Straße beschwert hatten.
„Es waren viele Kleinigkeiten. Es ging eher um das gesamte Umfeld“, sagte Norwegens Nationaltrainer Stale Solbakken auf die Frage, warum der skandinavische Tross sein Hotel gewechselt hatte. Am späten Dienstagabend zog das norwegische Team in ein Hotel um, das näher am Stadion in Miami liegt, wo am Samstagabend das Viertelfinale gegen England steigen wird.
Austin Barry, Hoteldirektor des „The Dalmar“, wollte im Gespräch mit NRK nicht bestätigen, dass sich während der Weltmeisterschaft andere Teams im Hotel in Fort Lauderdale aufgehalten hatten. Nach Infos des Senders hatte schon Kolumbien in der Gruppenphase das Hotel während seiner Spiele in Miami genutzt.
Norwegen reicht Beschwerde bei der FIFA ein
Während der WM ist die FIFA dafür verantwortlich, Hotels für die teilnehmenden Nationen zu organisieren. Am Mittwoch reichte Norwegen eine Beschwerde bei der FIFA ein und setzte den Weltverband über die Zustände im „The Dalmar“ in Kenntnis.
Wird der Hotelwechsel Norwegen zum Nachteil? „Manche befürchten vielleicht, dass dies die Spieler beeinträchtigen könnte, aber gerade die Spieler haben sich das mehr als jeder andere gewünscht“, sagte Logistikmanager Daehli.
„Wir haben starke Leute in unserem Betreuungsteam und haben den Umzug in zweieinhalb Stunden geschafft – wir haben noch nicht einmal gefrühstückt. Der Hotelwechsel ist zwar nicht ideal, aber wir wollten so schnell wie möglich handeln. Eine gute Atmosphäre ist das Wichtigste.“
Den Hotelwechsel bestätigte die FIFA später und erklärte sich bereit, die Kosten für 50 Zimmer sowie die Sicherheitsmaßnahmen im neuen Hotel der norwegischen Mannschaft zu übernehmen. Norwegens Fußballverband trägt zusätzliche Kosten, um die von den Spielern geforderte Zimmerkategorie zu finanzieren.