Sein unwiderstehliches Solo über den halben Platz in der zehnten Minute unterstrich abermals die immense Bedeutung von Johan Manzambi für die Schweizer Nationalmannschaft. Von der Grundlinie legte er am Ende auf Breel Embolo zurück, der den Treffer zum 1:0 gegen Algerien markierte. Das bedeutet einen WM-Rekord für den 20-Jährigen.

Es ist bereits die fünfte direkte Torbeteiligung des Senkrechtstarters vom SC Freiburg im laufenden Turnier. Mit 20 Jahren und 261 Tagen ist er der jüngste Spieler seit Beginn der Datenerfassung 1966, dem das gelingt.

Johan Manzambi steht nun bei fünf direkten Torbeteiligungen bei der WM
Johan Manzambi steht nun bei fünf direkten Torbeteiligungen bei der WMJohan Manzambi steht nun bei fünf direkten Torbeteiligungen bei der WM© IMAGO/Sports Press Photo

WM: Manzambi auf den Spuren Müllers

In Summe stehen für den flexiblen Mittelfeldspieler nun drei Tore und zwei Vorlagen in der Statistik. Beim 4:1-Sieg gegen Bosnien und Herzegowina in der Gruppenphase stellte er als jüngster Joker-Doppelpacker bereits seine erste Bestmarke im Turnier auf.

Manzambi ist überhaupt erst der zweite U21-Spieler in diesem Jahrtausend, der diese Scorermarke bei einer WM erreichen konnte. Zuletzt gelangen Thomas Müller 2010 mit damals 20 Jahren ganze acht Torbeteiligungen. Auch diese Marke ist für den Schweizer noch erreichbar.

Nach dem souveränen 2:0-Sieg gegen Algerien trifft die „Nati“ im Achtelfinale am Dienstag (22 Uhr im LIVETICKER) entweder auf Kolumbien oder Ghana.

Wird Manzambi zum Rekordtransfer für Freiburg?

Umso erstaunlicher wirkt es, dass das Talent zu Beginn des Turniers nur von der Bank kam. Nachdem er gegen Katar und Bosnien das Spiel als Joker komplett an sich gerissen hatte, beförderte Nationaltrainer Murat Yakin den Shootingstar dann doch noch in die Startelf.

Für den SC Freiburg bedeutet die Entwicklung von „Sankt Johan“, wie ihn die Schweizer-Presse taufte, wahrscheinlich bares Geld. Ein Verbleib im Breisgau ist angesichts seiner kometenhaften Entwicklung nur sehr schwer vorstellbar.

Von 30 Millionen Euro Ablöse war vor dem Turnier die Rede. Damit würde er mit Abstand zum Rekordtransfer des Europa-League-Finalisten werden. Zu den Interessenten sollen Topklubs aus der Premier League zählen. Thomas Müller und Mats Hummels brachten zuletzt auch den FC Bayern und den BVB ins Spiel.