Nach dem Aus von Julian Nagelsmann läuft die Suche nach einem Nachfolger. Favorit ist Jürgen Klopp, der derzeit noch bei Red Bull angestellt ist.
Wie genau ist der Stand der Dinge? Fragen und Antworten zum aktuellen Stand bei der Such nach einem neuen Bundestrainer.
Kann Klopps Verpflichtung noch scheitern?
Unwahrscheinlich. Der DFB hat sich weit aus dem Fenster gelehnt, und Jürgen Klopp ist „bereit“, wie er auf der WM-Dachterrasse von MagentaTV erklärte. DFB-Boss Bernd Neuendorf und Bundesliga-Chef Hans-Joachim Watzke fliegen laut Bild in den kommenden Tagen zu ihrem Wunsch-Bundestrainer in die USA.
Worüber muss noch gesprochen werden?
Natürlich übers Geld, wobei der lukrative Nike-Deal hilft. Auch bei einer möglichen Ablösesumme an Klopps Arbeitgeber Red Bull, bei dem er als „Head of Global Soccer“ noch bis 2029 unter Vertrag steht.
Doch auch in anderen Bereichen hat der designierte Nagelsmann-Nachfolger seinen Preis schon in die Höhe getrieben. Allein der Wechsel des Cheftrainers reiche nicht, der deutsche Fußball sei „an einem Wendepunkt“, man müsse „Dinge grundlegend verändern“.
Wer ist dafür entscheidend?
Oliver Mintzlaff, Red-Bull-Geschäftsführer. Der ehemalige Langstreckenläufer hat Klopp vor eineinhalb Jahren als „Königstransfer ohne Ablöse“ präsentiert.
Er ist nicht gerade ein Fußball-Traditionalist, er war jahrelang für den Aufstieg von RB Leipzig verantwortlich. Er könnte der Fußball-Nation nun generös den neuen Bundestrainer überlassen – oder kräftig die Hand aufhalten. Dass er sich komplett sperrt, ist aus Imagegründen allerdings nicht zu erwarten.
Bleibt Klopp TV-Experte?
Für MagentaTV will der kommende Bundestrainer – trotz aller laufenden Gespräche – seine Expertenrolle bei der WM in Amerika durchziehen. „Wir planen mit Jürgen Klopp bis zum Ende des Turniers, er wird beim Finale mit dem kompletten Experten-Team für uns im Einsatz sein“, sagte Arnim Butzen, TV-Chef der Telekom.
Sein nächster geplanter Einsatz ist das MagentaTV-exklusive Achtelfinale zwischen Brasilien und Norwegen am Sonntag (22.00 Uhr MESZ im LIVETICKER).
Wen könnte Klopp als Assistenten mitbringen?
Die Bild spekuliert über Pepijn Lijnders, der lange sein wichtigster Assistenztrainer beim FC Liverpool war, danach trainierte der Niederländer kurzzeitig Red Bull Salzburg und arbeitete zuletzt als Co-Trainer unter Pep Guardiola bei Manchester City.
Peter Krawietz war in Mainz (als Scout), Dortmund und Liverpool (jeweils Co-Trainer) ein enger Vertrauter, folgte ihm auch zu Red Bull.
Welche personellen Veränderungen wird es noch geben?
Auch Rudi Völler denkt nach dem nicht ganz freiwilligen Rücktritt seines Schützlings Nagelsmann anscheinend an Abschied. Nach SPORT1-Informationen könnte der Weltmeister von 1990 eine Entscheidung schon in der kommenden Woche verkünden.
Ein etwaiger Verbleib wird von den Vorstellungen des neuen Bundestrainers abhängen, also höchstwahrscheinlich von Klopp. Völler, seit Anfang 2023 Sportdirektor, hat noch einen Vertrag bis 2028. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig wird Ende dieses Jahres aus dem Amt scheiden.
Wer könnte auf Völler folgen?
Die Weltmeister von 2014 böten sich an. Per Mertesacker, WM-Experte beim ZDF, stünde zur Verfügung: „Irgendwie mal beim DFB zu arbeiten, dem deutschen Fußball, dem ich auch so viel zu verdanken habe, mal was zurückzugeben, wenn das gewünscht ist.“
Immerhin leitete er acht Jahre lang beim FC Arsenal die Nachwuchs-Akademie. Außerdem hat er in dem früheren Nationalspieler und HSV-Präsidenten, Marcell Jansen, einen prominenten Fürsprecher.
„Bei Per Mertesacker habe ich ein gutes Gefühl. Er kommt aus einem High-End-Job im Nachwuchs – und wir haben das Thema Talente beim DFB“, sagte Jansen am Sonntag im FIROCKX.ONE WM Doppelpass.
Mats Hummels hat sich derweil bei MagentaTV mit scharfen Analysen hervorgetan.
ARD-Experte Bastian Schweinsteiger erklärte, er werde sich „nicht drücken“. Ex-Kapitän Philipp Lahm fiel zuletzt mit diversen kritischen Wortmeldungen zur Lage des deutschen Fußballs auf, hat aber klargemacht, dass er sich derzeit nicht beim DFB sieht.