Der frühere norwegische Nationalspieler Jan-Aage Fjörtoft hat sich in der Diskussion um den womöglich irregulären Ausgleichstreffer der Engländer im WM-Viertelfinale gegen Norwegen (1:2 n.V.) zu Wort gemeldet. Der 59-Jährige wurde in Richtung des Weltverbands deutlich.

„Zwei einfache Fragen müssen beantwortet werden: Lügt die FIFA? Funktioniert die Technik nicht?“, schrieb Fjörtoft beim Kurznachrichtendienst X.

Jan-Aage Fjörtoft spielte in der Bundesliga für Eintracht Frankfurt
Jan-Aage Fjörtoft spielte in der Bundesliga für Eintracht FrankfurtJan-Aage Fjörtoft spielte in der Bundesliga für Eintracht Frankfurt© IMAGO/DeFodi Images

WM-Wirbel: Fjörtoft hat Zweifel an FIFA-Darstellung

Es sei für ihn eine grundsätzliche Diskussion und habe nichts mit England zu tun, argumentierte Fjörtoft einleitend, und rekapitulierte die Geschehnisse: „Der Ball berührt das Seil der Spidercam. Die Spieler und die Bank reagieren umgehend. Videotechnologien verschiedener Kanäle zeigen es.“ Aber: „Die FIFA sagt, er hat das Seil nicht getroffen.“

Zur Erinnerung: Nach einem Abstoß von Norwegens Torhüter Örjan Nyland hatte der Ball das Seil der Sky-Cam touchiert, daraus entstand der Angriff, den Jude Bellingham in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum 1:1-Ausgleich nutzte. Die Norweger protestierten, aber der Treffer zählte.

Die FIFA veröffentlichte noch während des Spiels ein Video und stellte klar, dass der Sensor im Ball keinen „Herzschlag“ gezeigt habe. „Es gibt daher keinen Beweis, dass der Ball das Kabel berührt und die Bewegung des Balls verändert hat“, teilte der Weltverband weiter mit.

Animation nährt die Zweifel

Doch eine Animation der BBC, die anhand offizieller FIFA-Echtzeitdaten erstellt wurde, schürte weiter Zweifel an dieser Version. Dabei ist in der Flugbahn des Balles ein Knick zu erkennen.

Eine BBC-Animation zeigt einen Knick in der Flugkurve
Eine BBC-Animation zeigt einen Knick in der FlugkurveEine BBC-Animation zeigt einen Knick in der Flugkurve© Screenshot BBC

Das Tor brachte die Three Lions unmittelbar vor der Pause zurück ins Spiel. Andreas Schjelderup (36.) hatte die Skandinavier zunächst sehenswert in Führung gebracht. Nach Bellinghams Ausgleich fielen in der zweiten Hälfte keine weiteren Tore, abgesehen von einem nach VAR-Check aberkannten Treffer der Norweger.

In der Verlängerung entschied Bellingham mit seinem zweiten Tor des Spiels die Partie und führte England damit ins Halbfinale.