BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer hat sich für den früheren Dortmunder Erfolgscoach Jürgen Klopp als Bundestrainer stark gemacht.

„Nennen Sie mir ein Argument, das gegen ihn spricht“, sagte Cramer in einem kicker-Interview. „Ich glaube, er verkörpert sehr viel von dem, was dem Fußball, aber auch unserem Land fehlt. Mit ihm könnte ein positiver Ruck entstehen, der vielleicht sogar über den Sport hinausgeht.“

Carsten Cramer ist Geschäftsführer von Borussia Dortmund
Carsten Cramer ist Geschäftsführer von Borussia DortmundCarsten Cramer ist Geschäftsführer von Borussia Dortmund© IMAGO/HMB-Media

Klopp sei in seinen Augen nicht nur ein fantastischer Fußballtrainer, „sondern ein begeisterungsfähiger Mensch, er vereint Zuversicht und Kompetenz“. In Dortmund habe man ohnehin die höchste Wertschätzung für ihn. „Das wäre die logische, schlüssige und extrem nachvollziehbare Wahl“, ergänzte Cramer.

Einen besonderen Vorteil für den BVB sieht der 57-Jährige aber in der Personalie nicht unbedingt. „Er wird immer ein Teil unserer Familie sein, aber am Ende sollen die besten Spieler für Deutschland spielen. Je mehr vom BVB, desto besser. Aber das hat nichts mit dem Trainer zu tun.“

Watzke? „Wären ja blöd, wenn wir ihn außen vor ließen“

Cramer sprach auch über die großen Fußstapfen seines Vorgängers Hans-Joachim Watzke, der Ende 2025 als Geschäftsführer abgetreten war, in neuer Rolle als Präsident aber noch immer allgegenwärtig ist.

Man profitiere weiterhin von den Erfahrungen und Stärken von Watzke, erklärte Cramer: „Wir wären blöd, wenn wir ihn außen vor ließen, nur damit wir uns persönlich profilieren können. Das ist überhaupt nicht unser Ansatz, auch wenn das im deutschen Fußball an der einen oder anderen Stelle etwas anders gehandhabt wird.“

Mit Blick auf die internationale Konkurrenz will Cramer das eigene Profil des BVB schärfen. „Wir wollen nicht immer nur junge Spieler entwickeln, damit wir sie morgen verkaufen, sondern sie auch mal bis übermorgen oder überübermorgen bei uns behalten.“

„Wollen wir uns gar von Leipzig überholen lassen?“

Der internationale Wettbewerb wird jedes Jahr brutaler, fügte Cramer an. Man müsse sich die Frage stellen: „Wollen wir der Herausforderer im europäischen Fußball- und Business-Establishment bleiben? Oder wollen wir uns von Klubs wie Newcastle, Aston Villa, Inter Mailand, Atletico Madrid oder gar Leipzig überholen lassen?“

Er habe zumindest den Ehrgeiz, „weiter anzugreifen und um jeden Platz zu kämpfen, damit wir der angriffslustige, ambitionierte, außergewöhnliche, unmögliche Außenseiter im europäischen Fußball bleiben“.