Nach dem bitteren WM-Aus gegen Spanien hat Cristiano Ronaldo zwar das Ende seiner WM-Karriere erklärt, dabei aber ein Hintertürchen offen gelassen. Die Presse legt der Fußball-Ikone jedoch einen sofortigen Abschied nahe.

So titelte die größte portugiesische Sportzeitung, A BOLA: „Cristiano Ronaldo: Wir wollen dich nicht ‚töten‘, aber das reicht.“ Es sei zwingend erforderlich, den Zyklus des Kapitäns der Nationalmannschaft ein für alle Mal zu schließen.

Cristiano Ronaldo scheiterte mit Portugal im WM-Achtelfinale
Cristiano Ronaldo scheiterte mit Portugal im WM-Achtelfinale Cristiano Ronaldo scheiterte mit Portugal im WM-Achtelfinale © IMAGO/Kyodo News

Das US-Sportportal The Athletic meinte: „Cristiano Ronaldo wurde bei dieser Weltmeisterschaft nachgegeben und Portugal musste den Preis zahlen.“ In Spanien sprach Sport von der „Chronik eines vorhersehbaren Scheiterns“.

Rooney erkennt bittere Ronaldo-Wahrheit

Und ein ehemaliger Teamkollege fällte in England ein bitteres Fazit: „Man vergleicht Ronaldo und Messi immer miteinander, weil sie zwei der besten Spieler sind, die der Fußball je gesehen hat“, sagte der einstige Manchester-United-Stürmer Wayne Rooney der BBC: „Aber bei den Argentiniern scheint es so, als wären sie alle nur wegen Messi dabei. Sie stehen alle hinter ihm. Messi hat bei dieser Weltmeisterschaft offensichtlich eine fantastische Leistung gezeigt. Bei den portugiesischen Spielern spüre ich diese Stimmung nicht.“

CR7 erklärte nach der Partie in der Mixed Zone zwar: „Es war tatsächlich meine letzte Weltmeisterschaft, ja“, fügte jedoch an, dass er sich Zeit zum Nachdenken nehmen wolle und „keine überstürzten Entscheidungen treffen“ werde. Später relativierte er: Es sei „höchstwahrscheinlich“ seine letzte WM gewesen. Raum zur Spekulation lässt der Stürmer damit allemal.

Ronaldo-Wende auf dem Platz und in den Medien

Die Frage, ob die Präsenz von CR7 im Angriffsspiel nicht eher schadet, geisterte schon lange vor der WM durch die portugiesische Medienlandschaften. Dass dem Idol nun offen zum Abschied geraten wird, ist dennoch neu.

Überraschend dürfte es selbst den großen Torjäger selbst nicht mehr: „Ihr wollt nicht, dass ich wiederkomme, ist es das, was ihr wollt? Ich verstehe schon, ich verstehe schon, ich habe euch gehört, ich habe euch jetzt gehört“, sagte Ronaldo bereits auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.

Dazu kommen die immer lauteren Forderungen nach Ersatzstürmer Goncalo Ramos, der Portugal gegen Kroatien in der Nachspielzeit überhaupt erst ins Achtelfinale köpfte. A BOLA rechnete vor, dass der Milan-Stürmer in seinen bisherigen WM-Spielen alle 37 Minuten ein Tor oder eine Vorlage beisteuerte.

Cristiano Ronaldo mit Negativrekord

Die Daten der vergangenen Turniere lassen CR7 ohnehin in keinem guten Licht stehen. Ronaldo erzielte bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften zwei Nicht-Elfmetertreffer in 732 Einsatzminuten. Goncalo Ramos brauchte derweil 187 Minuten für 4 Treffer, die nicht vom Punkt erfolgten. Das teilte ESPN via X mit.

Der Datenanbieter Opta schrieb CR7 sogar einen Negativrekord zu. Ronaldo gab die meisten Torschüsse bei einer einzelnen Weltmeisterschaft ab (17), ohne eine einzige Torchance für einen Mitspieler zu kreieren. „Höchstwahrscheinlich“ wird der Portugiese diese Statistik auch nicht mehr ausbessern können.