Ex-DFB-Profi Marcell Jansen ist mit dem deutschen Jugendfußball hart ins Gericht gegangen.
„Die Intensität – das sagt Jürgen Klopp auch – ist in der Jugend viel zu gering. Es gibt viel zu wenig Zweikämpfe, deswegen wird auch die Spielform angepasst. Wir müssen viel mehr wie im Straßenfußball offensive Zweikämpfe führen“, forderte Jansen am Sonntag im FIROCKX.ONE WM Doppelpass.
Besonders die Nachwuchsleistungszentren hätten „viel zu lange in Schablonen gedacht. Sie waren technisch und taktisch gut ausgebildet. Aber man sieht es auch in der Bundesliga: Das Defensivverhalten ist schon echt schlecht geworden. Da waren wir mal ganz woanders.“
DFB-Jugend: „Man muss Erfolg wollen“
Der frühere HSV-Präsident, der mit der deutschen Nationalmannschaft 2010 WM-Dritter geworden war, argumentierte: „Leistung muss auch zugelassen werden. Man braucht als Kinder und Jugendliche auch mal Charaktere, die anstrengender sind, weil sie mit ihren Emotionen umgehen lernen müssen, damit sie auch gewinnen wollen. Darin steckt ja auch Ehrgeiz, man muss Erfolg wollen. Das zu fordern und zu lenken, darin liegt der Schlüssel.“
Das frühe Aus des DFB-Teams bei der WM sieht Jansen dabei als schlechtes Vorbild.
„Das muss oben anfangen. Als Deutschland darf man auch in der Gruppenphase einer WM auch mal hoch anlaufen und zeigen, dass ich durch Intensität schnell ins Spiel kommen will. Da kann Jürgen Klopp definitiv helfen“, sagte Jansen.
Klopp befindet sich nach dem Rücktritt von Bundestrainer Julian Nagelsmann in Gesprächen mit dem DFB. Auch der 59-Jährige strebt Änderungen im deutschen Nachwuchsbereich an.