Mats Hummels hat sich in der Causa Balogun zu Wort gemeldet – und sich in aller Deutlichkeit gegen die FIFA geäußert und insbesondere über Präsident Gianni Infantino echauffiert.
„Ich könnte mich in Rage reden. Von mir aus könnte ich bis zum Spielbeginn nur darüber reden, wie schlimm ich das finde. Das ist eine Katastrophe und schadet der Glaubwürdigkeit des Fußballs unheimlich“, sagte Hummels in seiner Rolle als TV-Experte bei MagentaTV kurz vor Anpfiff der Partie Spanien gegen Portugal (JETZT im LIVETICKER).
Besonders über die Ablehnung des belgischen Einspruchs und das damit einhergehende Statement von Infantino hatte Hummels keine verständnisvollen Worte übrig: „In dem Statement steht gar nichts. Das ist ein luftleerer Raum, eine absolute Nichtaussage.“
Weiter stellte Hummels mögliche Konsequenzen heraus: „So etwas darf nicht passieren! Es darf nicht passieren, dass der Eindruck geweckt wird, dass ein Präsident von einem Gastgeberland anruft und erwirkt, dass Entscheidungen rückgängig gemacht werden. Du öffnest Tür und Tor für alle möglichen Entscheidungen.“
WM-Skandal um Trump und Infantino: Hummels schwant Böses
Für die Zukunft prognostiziert der Weltmeister von 2014 vergleichbare Anträge: „Gibt es dann einen Elfer, da wird angerufen und eine Minute später wird er zurückgenommen? Werden irgendwann ganze Ergebnisse angefochten und anders erklärt von der FIFA? Ich finde es für den Fairnessgedanken im Fußball absolut Harakiri, was da gemacht wird.“
Vorausgegangen war die Aufhebung der Sperre infolge einer Roten Karte gegen US-Stürmer Folarin Balogun. In diesem Zusammenhang steht auch ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und Infantino, in dem die Überprüfung der Sperre Thema gewesen sei.
Ein entsprechender Gegenantrag des Achtelfinalgegners Belgien wurde am frühen Montagabend abgeschmettert.
„Das ist Wettbewerbsverzerrung“
Zu diesen Vorgängen hat Hummels eine klare Meinung: „Wenn man das Gefühl hat, der FIFA-Präsident verhindert keine Wettbewerbsverzerrung, darf das nicht passieren. Und das ist es: Das ist Wettbewerbsverzerrung. Er sollte in seiner Position ein Vorbild sein – und das ist das völlig falsche Bild.“
Anpfiff zwischen Belgien und den USA in Seattle ist in der Nacht auf Dienstag um 2 Uhr MESZ.
„Mein Wunsch wäre es, dass wir bis zum Anpfiff des Spiels noch eine andere Entscheidung hören“, beschloss Hummels seine Meinungsäußerung. Dieser Wunsch wird jedoch wohl unerhört bleiben.