Die Südafrikaner standen vor dem Duell mit Tschechien unter Druck. Grund dafür war der schwache Auftritt samt hochverdienter Niederlage gegen Mexiko (0:2). Dass das zweite Vorrundenspiel von besonderer Bedeutung war, konnte man auch Teboho Mokoena ansehen.

Als die südafrikanische Nationalhymne gespielt wurde, kullerten Tränen über Mokoenas Gesicht – aus einem bestimmten Grund: „Ich war völlig überwältigt. Ich dachte an meinen toten Großvater“, erklärte der Mittelfeldmann nach der Partie.

Teboho Mokoena rettete Südafrika gegen Tschechien einen Punkt
Teboho Mokoena rettete Südafrika gegen Tschechien einen PunktTeboho Mokoena rettete Südafrika gegen Tschechien einen Punkt© IMAGO/NurPhoto

Seine Emotionen hatte der 29-Jährige in der 83. Minute voll unter Kontrolle – und blieb im Gegensatz zu den Momenten während der Nationalhymne ganz cool. Er schnappte sich die Kugel, als Schiedsrichterin Tori Penso in ihrem ersten WM-Einsatz nach Handspiel von Pavel Sulc auf den Punkt gezeigt hatte. Aus elf Metern versenkte Mokoena das Spielgerät im unteren linken Eck und hielt seine Farben damit im Turnier.

Der verdiente Ausgleich sicherte Südafrika den wichtigen, ersten Punkt des Turniers und sorgte für eine nun realistische Chance auf den Einzug ins Sechzehntelfinale. Entsprechend gelöst sprach der Torschütze nach Abpfiff über seinen toten Großvater: „In diesem Moment habe ich seine Gegenwart gespürt. Ich dachte, wenn er hier wäre, wäre er stolz auf mich. Ich weiß, dass er an mich geglaubt hat, selbst als sonst niemand an mich glaubte.“

Mokoena fehlt Südafrika wegen Gelbsperre

Schließlich handle es sich bei der WM-Teilnahme um einen Kindheitstraum des Spielers von Mamelodi Sundowns, einem Verein aus der höchsten südafrikanischen Spielklasse. Um diesen Kindheitstraum weiterzuleben, muss seine Nation im entscheidenden dritten Gruppenspiel gegen Südkorea dringend punkten.

Dabei kann Mokoena aber leider nur von der Tribüne mithelfen. Der Sechser handelte sich in der 33. Minute – wie schon im Eröffnungsspiel gegen Mexiko – Gelb ein und fehlt deshalb im kommenden Spiel gesperrt. „Man kann sagen, dass es eine dumme Gelbe Karte war“, erklärte Nationaltrainer Hugo Broos: „In so einem Spiel ist es schwierig, seine Emotionen zu kontrollieren. Wir müssen das auf diesem Level noch lernen.“

Unnötige Foulspiele oder gar Platzverweise wie gegen Mexiko sollten sich die „Bafana Bafana“ im Showdown mit Südkorea nicht erlauben – sonst kehren die Südafrikaner schnell zurück auf den Boden der Tatsachen.