Ein Eigentor musste helfen: Ralf Rangnick und seine Österreicher haben bei der lang ersehnten WM-Rückkehr mit viel Glück ihre Auftakthürde gemeistert. Die Mannschaft des deutschen Teamchefs bestand ihre erste Bewährungsprobe auf der großen Bühne gegen Neuling Jordanien nur mit Mühe und gewann beim Comeback nach 28 Jahren mit 3:1 (1:0) – das Ziel K.o.-Runde ist für Kapitän David Alaba und Co. nun greifbar.
In Santa Clara musste sich der Favorit gegen mutige Jordanier zunächst in Geduld üben, ehe Romano Schmid (20.) Österreich mit einem Traumtor beim ersten WM-Auftritt seit 1998 erlöste: Bei seinen Teamkollegen brachen alle Dämme, als Schmid nach seinem sehenswerten Treffer zur Bank stürmte und in einer Jubeltraube verschwand.
Jordanien schießt historischen WM-Treffer
Ali Olwan (50.) bescherte Jordanien danach einen historischen Moment und sorgte für den ersten Treffer des Landes bei einer Weltmeisterschaft. Doch Yazan Al-Arab mit einem bitteren Eigentor (77.) und Marko Arnautovic per Handelfmeter (90.+12) schenkten dem ÖFB-Team den Sieg. Es ist Österreichs erster WM-Sieg seit 1990.
Gegen flinke Jordanier, die bei ihrer WM-Premiere einen engagierten Auftritt zeigten, gerieten die Österreicher mehrmals ins Schwimmen. Im nächsten Duell mit Argentinien muss sich das Team von Rangnick dringend steigern, um dem Weltmeister um Superstar Lionel Messi die Stirn bieten zu können.
Mit reichlich Bundesliga-Power und dem ehemaligen Stuttgarter Sasa Kalajdzic statt wie zuletzt Arnautovic in der Sturmspitze startete die ÖFB-Auswahl im San Francisco Bay Area Stadium in das WM-Abenteuer.
Der erste Abschluss gehörte dann aber dem Underdog: Ein Konter landete bei Ehsan Haddad, der den Ball jedoch aus kurzer Distanz ans Außennetz jagte (2.).
WM: Rangnick warnte vor Jordanien
Rangnick hatte im Vorfeld trotz der Favoritenrolle vor einem „unangenehmen Gegner“ gewarnt – als solcher entpuppte sich das Team von Trainer Jamal Sellami bei seiner WM-Premiere auch. Österreich bestimmte zwar weitestgehend das Geschehen auf dem Platz, konnte aus dem Ballbesitz jedoch kein Kapital schlagen.
Jordanien ließ sich auch durch den Gegentreffer nicht entmutigen, eine Doppelchance durch Ali Olwan und Mousa Al-Tamari vereitelten Torhüter Alexander Schlager und Philipp Lienhart (34.).
Rangnick versuchte nach der Pause neue Impulse in der Offensive zu setzen und brachte Arnautovic für Kalajdzic. Doch Jordanien blieb zunächst die aktivere Mannschaft und wurde belohnt: Mit seinem Treffer sorgte Olwan für Ekstase bei den lautstarken Fans auf den Rängen.
Arnautovic wird zum entscheidenden Spieler Österreichs
Der vermeintliche Underdog ließ in der Folge nicht nach, Arnautovic schlug zu – der Treffer zählte aufgrund eines vorherigen Handspiels von Stefan Posch jedoch nicht. Unglücksrabe Alarab half wenig später nach.
Der eingewechselte Arnautovic traf auch zum vermeintlichen 2:1. Schiedsrichter Dahane Beida aus Mauretanien gab den Treffer des 37-Jährigen wegen eines Handspiels von Stefan Posch nach Ansicht der Videobilder aber nicht.
Kurz darauf durften sich die Österreicher dann doch noch freuen. Erneut war Arnautovic, der den Eigentorschützen im Zweikampf bedrängte, beteiligt. Schließlich sorgte er mit seinem Elfmetertor auch für die Entscheidung.