Guillermo Ochoa verneigte sich vor seinem „Wohnzimmer“, gab beiden Torpfosten ein inniges Küsschen und ließ sich mit Tränen in den Augen von seinen Mitspielern durch die Luft schmeißen.
„Mein erstes Spiel war im Aztekenstadion, mein letztes Spiel war im Aztekenstadion. Es war ein wunderschönes letztes Kapitel meiner Karriere. Vielen Dank an alle“, sagte der 40 Jahre alte mexikanische Kulttorhüter und Nationalheld nach seinem emotionalen und womöglichen letzten Einsatz auf der großen Weltbühne.
Ochoa? „Er ist eine Legende des Weltfußballs“
Beim 3:0 (0:0)-Sieg des zuvor bereits als Gruppensieger feststehenden WM-Co-Gastgebers Mexiko gegen Tschechien wurde Ochoa in der 78. Minute unter tosendem Jubel der über 80.000 Fans für Stammkeeper Raúl Rangel eingewechselt und übernahm bei seiner sechsten WM-Teilnahme die Kapitänsbinde. Das 3:0 von Álvaro Fidalgo (90.+4) leitete er mit einem langen Abstoß ein, riss anschließend beide Arme in den Himmel und feuerte die Menge an.
„Er ist eine Legende des Weltfußballs und er ist Mexikaner“, schwärmte Nationaltrainer Javier Aguirre, der Ochoa auch bei jedem anderen Spielstand eingewechselt hätte: „Memo musste unbedingt spielen. Er steht früh auf, geht ins Fitnessstudio, gibt nie auf und motiviert seine Teamkollegen. Er ist wirklich besser als je zuvor.“
Seinen Rücktritt nach der WM hatte Ochoa bereits zu Beginn des XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada bestätigt. „Wenn ich zum Einsatz komme, werde ich mein Bestes geben. Das Ergebnis war wunderbar, die Atmosphäre großartig“, sagte er nun. „Die ganze Zuneigung ist da, und das ist das Wichtigste, was ich mitnehme: die Freundschaft, die Wertschätzung und all die positiven Dinge.“
WM: Mexiko spielt perfekte Gruppenphase
Mexiko hat derweil alle drei Gruppenspiele bei der Weltmeisterschaft gewonnen. „El Tri“, wie die Nationalmannschaft genannt wird, zieht damit mit der Optimalausbeute von neun Punkten, ohne Gegentor und ungeschlagen ins Sechzehntelfinale ein. Für Tschechien endet das Turnier dagegen bereits nach der Vorrunde.
Tschechiens Auftritt war erneut behäbig. Erst nach der Pause gingen die Europäer mehr Risiko ein und spielten offensiver. Für das Weiterkommen benötigten sie einen Sieg. Die dadurch entstehenden Räume nutzte Mexiko konsequent aus.
Mateo Chávez (55.) und Julián Quiñones (61.) sorgten für die Vorentscheidung, ehe Fidalgo (90.+4) den Endstand herstellte.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)