Giovane Élber hat gegen den brasilianischen Superstar Neymar ausgeteilt. Die Legende des FC Bayern kann die WM-Nominierung seines Landsmanns durch Trainer Carlo Ancelotti überhaupt nicht nachvollziehen.

„Eine große Mehrheit forderte die Neymar-Nominierung. Selbst der Staatspräsident mischte sich ein und sprach sich öffentlich für ihn aus. Der Druck auf Ancelotti wurde immer größer, er konnte deshalb nicht anders“, meinte der 53-Jährige in der Sport Bild.

Neymar steht im WM-Aufgebot von Brasilien
Neymar steht im WM-Aufgebot von BrasilienNeymar steht im WM-Aufgebot von Brasilien© IMAGO/ZUMA Press Wire

Bayern-Legende fällt hartes Urteil über Neymar

Er führte weiter aus: „Es tut mir aber leid, ich hätte ihn nicht nominiert. Vielleicht überrascht Neymar mich und spielt so gut wie vor einigen Jahren. Aber daran glaube ich nicht. Neymar war mal ein Weltklasse-Fußballer, heute ist er nur noch eine Marketing-Maschine.“

Für Élber fing alles 2017 mit dem Wechsel vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain an. „Das war ein großer Fehler“, urteilte er und betonte, dass die französische Liga sportlich zu schwach sei. Dies wisse der ehemalige Stürmer noch aus seiner eigenen Zeit bei Olympique Lyon. „Ab diesem Zeitpunkt ging es bei ihm als Fußballer bergab“, stellte er klar.

Vor drei Jahren zog es Neymar zu Al-Hilal nach Saudi-Arabien. Ein weiterer Schritt, den Élber scharf kritisierte: „Das war nicht mehr als ein bezahlter Urlaub für Neymar.“

2025 wechselte der heute 34-Jährige in seine Heimat zum FC Santos, wo er seither oft verletzt war und keinen Spielrhythmus gefunden hat. „Wie soll das nun bei der WM funktionieren?“, stellte Élber infrage und sagte in aller Deutlichkeit: „Aus meiner Sicht müssen die besten Spieler zur WM – und müssen auch fit sein. Für Neymar ließ Ancelotti Pedro vom FC Chelsea zu Hause, der eine gute Saison spielte. Das war nicht fair.“

Élber traut Brasilien den WM-Titel nicht zu

Gleichzeitig ist der 53-Jährige skeptisch, wenn er über die Chancen der brasilianischen Nationalmannschaft bei der WM spricht. Er verweist auf eine turbulente Qualifikation, in der drei verschiedene Trainer an der Seitenlinie gestanden haben.

„Bis ins Viertelfinale einziehen, das kann Brasilien schaffen. Aber den Pokal gewinnen, da muss schon vieles zusammenpassen – was in der Kürze der Zeit nicht passiert. Was vielleicht ein wenig Hoffnung macht: Unter Ancelotti tritt die Seleção wieder mehr als Mannschaft auf“, erklärte Élber abschließend.