Egal, ob auf den Fanmeilen, zu Hause vor dem Fernseher oder auf dem Platz selbst: Der Jubel war grenzenlos, als Deniz Undav den 2:1-Siegtreffer gegen die Elfenbeinküste erzielte.
Die Vorlage zu diesem Treffer war eine Augenweide – geliefert von einem Spieler, der aus der DFB-Elf inzwischen nicht mehr wegzudenken ist: Felix Nmecha.
Das erste Tor für Deutschland bei dieser WM, ein herausgeholter Elfmeter, ein überragender Assist und dazu unzählige gewonnene Zweikämpfe und Laufduelle: So lassen sich die ersten beiden WM-Spiele von Felix Nmecha zusammenfassen.
Nmecha wurde zu Mr. Unverzichtbar
Damit ist jetzt schon klar: Das Vertrauen und die Geduld von Julian Nagelsmann sowie auch Nmechas Mühen haben sich gelohnt. Lange war es unklar, ob der 25-Jährige überhaupt bei der WM teilnehmen kann. Im März riss sich der Mittelfeldmotor das Außenband im Knie und fiel mehrere Wochen aus.
Doch er schuftete hart an seinem Comeback und kehrte für die abschließenden beiden Ligaspiele auf den Platz zurück. Aufgrund der fehlenden Spielpraxis der vergangenen Wochen gingen die meisten von dem Duo Pavlovic/Goretzka auf der Doppelsechs aus – doch der Bundestrainer entschied sich anders.
Und auch nach der Saison gönnte Nmecha sich keine Zeit zum Durchschnaufen. An der Algarve (Portugal) trainierte er weiterhin individuell, um genau jene Rolle in der DFB-Elf einnehmen zu können, die er nun eindrucksvoll ausfüllt.
Das ist der DFB-Kader bei der WM 2026
„Seine Präsenz vor allem in der ersten Halbzeit war unglaublich, er hat ein Top-Spiel gemacht. Dann in der 94. Minute noch den Pass rauszukitzeln, nach all den Momenten, die er schon hatte, ist außergewöhnlich. Er bringt alles mit, um jedes Spiel zu entscheiden“, lobt Nagelsmann den BVB-Star nach dem Spiel gegen die Elfenbeinküste.
Nmecha: DFB statt Three Lions
Dabei war lange Zeit nicht einmal sicher, ob der BVB-Star überhaupt für Deutschland auflaufen würde. Der in Hamburg geborene Nmecha wuchs in England auf und durchlief dort zahlreiche Nachwuchsteams der Three Lions. Die ersten sieben Jahre verbrachte der Sohn einer deutschen Mutter und eines nigerianischen Vaters in Hamburg, ehe die Familie auf die Insel zog.
Antonio Di Salvo soll intensiv um den Mittelfeldspieler gekämpft haben. Der U21-Trainer des DFB soll sich in Wolfsburg mit dem Profi getroffen und ihm einen konkreten Perspektivplan aufgezeigt haben. Bei seiner Entscheidung für Deutschland dürfte auch eine Rolle gespielt haben, dass sein Bruder Lukas bereits sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gefeiert hatte.
Im März 2022 debütierte Felix Nmecha schließlich in der U21 unter Di Salvo und traf wenige Monate später sogar in einem Pflichtspiel gegen England. Genau ein Jahr später folgte dann das Debüt für die A-Nationalmannschaft unter Hansi Flick.
BVB bangt um Nmechas Verbleib
Nmecha ist nach den ersten beiden Spielen aus der Startelf nicht mehr wegzudenken. Doch seine Leistungen werden auch im Ausland genau beobachtet. Sein Vertrag bei Borussia Dortmund wurde zwar erst vor Kurzem bis zum Jahr 2030 verlängert, doch ob Nmecha wirklich bis dahin beim BVB spielen wird, scheint eher unwahrscheinlich.
Nmecha besitzt eine Ausstiegsklausel, die aber erst im Sommer 2027 greift. Diese soll dann zunächst 80 Millionen Euro und ein Jahr später 70 Millionen betragen. Somit müssten die europäischen Top-Klubs bei einem möglichen Kauf im Sommer deutlich mehr Geld auf den Tisch legen.
Dass der BVB seinen Mittelfeldmotor aber nicht abgeben will, scheint sowieso klar.
Während seiner Verletzungspause verlor der BVB drei von fünf Spielen. Auch das zeigte seine immense Bedeutung für das Spiel seiner Mannschaft.
Auch beim DFB-Team ist er längst mehr als nur eine Option – er ist Mr. Unverzichtbar.