KALAJDZIC: Bist du deppert. Die „Schande von Kansas City“? Der „Irrsinn von Kansas City“! Die Kurzfassung: Nach einem phasenweise wilden Schlagabtausch steht es nach 60 Minuten zwischen Algerien und Österreich 2:2 – passt, beide damit weiter. Dann, ab der 70. Minute, zunehmend Ballgeschiebe, Pfiffe, es bahnt sich Schändliches an. Algeriens Riyad Mahrez? Wollte offensichtlich den Österreichern doch noch einen mitgeben – 3:2, dritte Minute der Nachspielzeit, Österreich raus. Ralf Rangnicks Mannschaft: Schafft das „Wunder von Kansas City“ – 3:3, Treffer von Sasa Kalajdzic in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Österreich jetzt gegen Spanien, Algerien gegen die Schweiz.
KANE: Naja, schön war es nicht, auch wenn Thomas Tuchel das ein wenig anders sah, alles gut. Tatsache ist: Beim eher mühsamen 2:0 gegen Panama im letzten Gruppenspiel erzielte Jude Bellingham ein Tor, erzielte Harry Kane ein Tor, zog England als Erster seiner Gruppe ins Sechzehntelfinale ein. Kane hat nun drei Treffer bei dieser WM und elf insgesamt – er ist nun Englands Rekordtorschütze vor Gary Lineker. Panama? Null Punkte, 0:4 Tore – das war trotzdem achtbar. Also: raus mit Applaus.
MODRIC: Nur nochmal zur Erinnerung: Kroatien war 2018 im WM-Finale (und unterlag Frankreich) und 2022 im Spiel um Platz drei (und gewann gegen Marokko). Nun ist sie in die Jahre gekommen, die große Generation um Luka Modric. Aber ein bisschen was scheint sie noch im Tank zu haben. 2:4 gegen England, dann zwei Siege, Zweiter der Gruppe und damit jetzt gegen Portugal. Modric gegen Ronaldo. Das Wiedersehen der alten Männer. Kein Spaziergang – aber was heißt das schon bei abgezockten Kroaten.
WISSA: 67. Minute, 0:1 gegen Usbekistan. Die DR musste sich etwas einfallen lassen. Auftritt, ja klar: Yoane Wissa, bei Newcastle United Mannschaftskollege von Nick Woltemade. Erst verwandelte er einen Foulelfmeter, kurz vor dem Abpfiff traf er noch zum Entstand von 3:1. Noch ein Außenseiter, der die K.o.-Runde erreicht hat. Dort dann: Ein Duell mit England.
RONALDO: Kolumbien gegen Portugal um den Gruppensieg, keine Tore. Aber: Es war ein 0:0 der besseren Sorte, unterhaltsam, zum Teil spektakulär. Wichtigste Erkenntnisse: Kolumbien spielt im Sechzehntelfinale gegen Ghana. Der diesmal blasse Cristiano Ronaldo bekommt es nach dem Duell mit seinem alten Kumpel James (Rodríguez) mit einem weiteren ehemaligen Mitspieler bei Real Madrid zu tun: Mit Luka Modric hat Ronaldo dort sechs gemeinsame Jahre verbracht.
CLARKE: Knapp zwei Wochen lang haben die schottischen Anhänger die Biervorräte vornehmlich in Boston weggetrunken, nach drei Tagen des Wartens folgte ein sportlicher Kater: Die Bravehearts gehören nicht zu den besten acht Dritten, WM-Aus. Damit war auch bei Trainer Steve Clarke die Flasche leer – er hat fertig. „Es war mir eine Ehre“, sagte der 62-Jährige nach seinem Rücktritt. Clarke hatte Schottland zur ersten WM-Teilnahme nach 28 Jahren geführt.
MESSI: Kein Spiel ohne einen Höhepunkt von Lionel Messi. Gegen Jordanien setzte er seine Torejagd auch in Teilzeit fort. Für die B-Elf von Weltmeister Argentinien kam er nur zu einem 30-minütigen Kurzeinsatz, traf aber per Freistoß zum Endstand von 3:1 (2:0). WM-Treffer Nummer 19. Für den dreimaligen Weltmeister war es das 50. gewonnene WM-Spiel. Nur Brasilien (78) und Deutschland (70) haben mehr Siege.