Thomas Tuchel war stinksauer! Der Nationaltrainer der Three Lions tobte beim 1:1 im Testspiel gegen Uruguay an der Seitenlinie, eine Szene regte den deutschen Coach dabei besonders auf.

In der 51. Minute holte Uruguays Verteidiger Ronald Araújo Tuchels Schützling Phil Foden von den Beinen. Araújo hatte den Offensivspieler von Manchester City mit der offenen Sohle oberhalb des linken Knöchels erwischt.

Thomas Tuchel war bedient
Thomas Tuchel war bedientThomas Tuchel war bedient© IMAGO/Every Second Media

Foden muss runter – Tuchel wütet

Foden blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden liegen. Der Engländer konnte zwar noch kurz weiterspielen, wurde aber wenig später ausgewechselt und durch Cole Palmer ersetzt (56.).

Der deutsche Schiedsrichter Sven Jablonski zückte für das durchaus rotwürdige Foul keine Karte. Auch der VAR intervenierte nicht – zum Entsetzen von Tuchel. Der 52-Jährige gestikulierte wild an der Seitenlinie und tat seinen Unmut kund.

„Tuchel ist völlig außer sich. Er findet, das es ein wirklich brutales Foul an Foden war. Araújo kam viel zu spät und hat Foden erwischt. Er ist regelrecht durch ihn durchgegrätscht“, sagte der ehemalige England-Keeper Paul Robinson.

Später Elfmeterpfiff ärgert Tuchel

Zu allem Überfluss bekam Uruguay auch noch spät einen Elfmeter zugesprochen – ironischerweise nach VAR-Eingriff. Wieder ärgerte sich Tuchel an der Seitenlinie über die Entscheidung von Jablonski.

Auch nach dem Abpfiff war der Ärger bei Tuchel noch lange nicht verflogen. Gemeinsam mit Jude Bellingham beschwerte er sich beim Schiedsrichtergespann, ehe er empört in Richtung Katakomben stapfte.

Auf der Pressekonferenz wütetet er weiter. Neben dem Schiedsrichtergespann („Ich war überrascht, dass der VAR im Einsatz ist, denn ich dachte, er funktioniere nicht, da das Foul an Foden nicht einmal überprüft wurde.“) bekam vor allem Übeltäter Araújo sein Fett weg: „Es ist ein Freundschaftsspiel – ein Freundschaftsspiel! Und du gehst in so einen Zweikampf? Wozu? Was genau willst du damit beweisen?“, schimpfte er.

Ben White hatte England in Führung gebracht (82.), doch Federico Valverde glich vom Elfmeterpunkt aus (90.+4).

Torjäger und Kapitän Harry Kane stand gar nicht erst im Kader, Tuchel hatte für die Länderspiele ein extra großes Aufgebot mit insgesamt 35 Spielern nominiert.

Das Duell mit dem WM-Teilnehmer Uruguay nutzte er für Experimente. Im Mittelfeld debütierte James Garner vom FC Everton, James Trafford von den Cityzens spielte erstmals im Tor.