Dass Julian Nagelsmann vor seiner ersten Dienstreise als Bundestrainer die eine oder andere Überraschung verkünden wird, war von vielen Fans und Experten erwartet worden. Sickerten doch schon im Vorfeld einige Namen wie Chris Führich durch, die sich über eine Berufung freuen dürfen. Letztlich stehen aber sogar drei neue Spieler im Aufgebot, die ihr Länderspiel-Debüt geben könnten.
Neben Führich vom VfB Stuttgart sind erstmals auch Kevin Behrens (Union Berlin) und Robert Andrich (Bayer Leverkusen) nominiert. „Wir sind ein neues Trainerteam und wollen möglichst viele Spieler im Kreis der Nationalmannschaft sehen“, begründete Nagelsmann seine Auswahl.
Deutlich formulierte der 36-Jährige, was er im Oktober von seiner Mannschaft sehen möchte: „Ich erwarte auch in dieser kurzen Zeit, dass man sieht, dass jeder Lust hat, für den DFB zu spielen, dass jeder Lust hat, Spiele zu gewinnen, auch im Hier und Jetzt. Jeder soll top fokussiert sein und mit dem nötigen Spaß, der nötigen Lust und vor allem der nötigen Gier die USA-Reise bestreiten.“
Das gilt für die Routiniers, insbesondere aber auch für die drei Debütanten.
Führich? Ein „exzellenter Eins-gegen-Eins-Spieler!“
Führich trumpft aktuell in Stuttgart auf, ist in beständig guter Form. In den bisherigen sechs Spielen, von denen die Schwaben fünf gewannen, verbuchte der offensive Mittelfeldspieler zwei Tore und vier Assists.
Der 25-Jährige habe „gerade ein sehr gutes Momentum“ und sei ein „exzellenter Eins-gegen-Eins-Spieler“, lobte ihn Nagelsmann und gab einen Einblick in den Ablauf der Nominierung: „Das Telefonat war sehr erfrischend, weil er sich natürlich unheimlich gefreut hat.“
Führich, der in der Jugend unter anderem bei Borussia Dortmund gespielt hat, ist hauptsächlich auf der linken Außenbahn beheimatet.
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nCAPTION: STAHLWERK Doppelpass: Effenberg hatte Vorahnung bei DFB-Nominierung von Führich
nDESCRIPTION: Chris Führich vom VfB Stuttgart wird erstmals für die deutsche Nationalmannschaft nominiert. Stefan Effenberg hatte schon am Sonntag im STAHLWERK Doppelpass eine Vorahnung.
Darum ist Routinier Behrens dabei
Etwas überraschender ist die Berufung von Behrens. Schließlich erzielte der Angreifer seine vier Tore ausschließlich in den ersten beiden Bundesligaspielen, seitdem ging er sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene leer aus.
Hinzu kommt, dass der Unioner schon 32 Jahre alt ist und sich damit im fortgeschrittenen Fußballer-Alter befindet.
Behrens sei „schon ein bisschen älter“, kommentierte Nagelsmann die Entscheidung daher mit einem Lächeln. Doch der neue Bundestrainer wollte noch „einen Stürmer haben, der kopfballstark ist, damit wir auf bestimmte Situationen reagieren können“, beispielsweise bei Rückstanden oder umkämpften Schlussphasen.
Denn der gebürtige Bremer sei ein „sehr guter Typ, der immer gewinnen will und auch defensiv marschiert“.
Andrich kann „eine Art Zerstörer“ sein
Schon häufiger war Andrich als Kandidat für die Nationalmannschaft genannt worden. Auch seine Chance ist zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht unbedingt absehbar gewesen, weil der defensive Mittelfeldspieler in Leverkusen seinen Stammplatz an Granit Xhaka und Exequiel Palacios verloren hat.
Dennoch betonte Nagelsmann, dass er „auf der Sechs nochmal ein anderes Profil“ haben wollte. Andrich sei jemand, der im „defensiven Zweikampf unheimlich aktiv ist, der schon auch eine Art Zerstörer sein kann und eine außergewöhnliche Siegermentalität hat.“ Zudem hat der 29-Jährige auch die Fähigkeiten, offensiv Akzente zu setzen.
So blickt der Leverkusener den anstehenden Länderspielen gegen die USA und Mexiko erwartungsvoll entgegen. „Es hat mich riesig gefreut. Es war ein bisschen überraschend. Ich werde den Tag definitiv nicht vergessen“, sagte Andrich.