In seiner Sky-Kolumne hat Rekordnationalspieler Lothar Matthäus eindringliche Worte an Antonio Rüdiger gerichtet. Dieser stand zuletzt aufgrund diverser Aussetzer in der Kritik.
„Wenn er seine Faxen lässt, sich unter Kontrolle hat und sich aufs Fußballspielen konzentriert, ist er ein Weltklasse-Innenverteidiger“, ordnete der TV-Experte ein.
Rüdiger will kein „Unruheherd“ sein
Rüdiger selbst hatte sich zuletzt in der FAZ zu den jüngst aufgekommenen Vorwürfen der absichtlichen und übertriebenen Härte geäußert. Er nehme „seriös und sachlich vorgetragene“ Kritik ernst, „weil ich selbst weiß, dass ich Szenen hatte, die deutlich drüber waren“, sagte der 33-Jährige. Er seit aber kein Sicherheitsrisiko für seine Mannschaften.
Matthäus wiederum forderte mit Blick auf die mögliche Zusammensetzung der Innenverteidigung bei der WM eine sportliche Reaktion auf dem Platz: „Rüdiger hatte mit Real Erfolgserlebnisse im Madrider Derby und in der Champions League. Im CL-Viertelfinale gegen den FC Bayern und in den Länderspielen kann er zeigen, dass er bereit ist, in der Anfangsformation zu spielen.“
In der aktuellen Verfassung sieht Matthäus jedoch ein Duo aus der Bundesliga vorne. „Schlotterbeck hat für mich die höchste Qualität in der Spieleröffnung und Tah sehe ich über die Länge der bisherigen Saison gesehen stabiler und eine Nasenspitze vorn“, erklärte der Rekordnationalspieler.
Rüdiger? „Die rote Linie ist definiert“
Auch zur Besetzung des zentralen Mittelfelds bezog Matthäus Stellung. Für ihn sei Leon Goretzka am Freitag gegen die Schweiz (im LIVETICKER) gesetzt und „neben ihm könnte Stiller oder Stach spielen.“
Matthäus’ Rat an Musiala
Auch hier präferiert er ein Bundesliga-Duo: „Ende Mai werden Pavlovic und hoffentlich auch Nmecha so fit sein, dass der Bundestrainer wieder auf sie zählen kann. Wenn sie gesund sind, sind beide für mich nicht aus der Mannschaft wegzudenken.“
Die Bedenken von Experte Stefan Effenberg, der im SPORT1-Doppelpass an einer WM-Teilnahme von Jamal Musiala zweifelte, teilte Matthäus nicht.
„Das ist auch für Musiala noch genügend Zeit, Spielpraxis zu finden. Er braucht Spielpraxis, aber er muss vor allem auch den Glauben an sich finden. Nichts erzwingen wollen, sondern einfach wieder den Spaß am Fußball entdecken“, riet der ehemalige Bayern-Kapitän.