Beim offiziellen Trainingsauftakt des SC Freiburg bekamen die rund 3.000 Zuschauern im Europa Park-Stadion einen Leistungsträger nicht zu Gesicht: Noah Atubolu absolvierte stattdessen eine individuelle Einheit. Grund ist die offene Zukunft des bisherigen Stammkeepers, wie der Klub bestätigte.
„Es ist kein Geheimnis, dass wir uns in einem längeren Prozess um eine Vertragsverlängerung bemüht haben. Es war immer eine offene Kommunikation und es ist völlig legitim, dass Noah für sich einen anderen Weg eingeschlagen hat“, wurde Sportvorstand Jochen Saier auf der offiziellen Webseite der Breisgauer zitiert.
SC Freiburg bestätigt Verhandlungen wegen Atubolu
Zugleich bestätigte er Verhandlungen über einen Wechsel des ehemaligen U21-Nationaltorhüters. „Noah befindet sich in Gesprächen mit anderen Vereinen und ich bin überzeugt, dass wir im sehr Guten auseinandergehen werden“, sagte Saier. Der englische Premier-League-Aufsteiger Hull City wurde zuletzt als Interessent genannt.
In einer Presserunde begründete der SC-Boss Atubolus Abwesenheit am Sonntag. „Wir wollten ihn nicht in den Mittelpunkt des Eröffnungstrainings stellen“, sagte Saier, „ohne uns wegzuducken wollten wir uns ersparen, dass die Personalie hier alles überlagert. Das hat die Situation auch nicht verdient.“
Freiburg reagiert auf brisante Berichte
Die Situation um Atubolu hatte zuletzt für etwas Wirbel gesorgt. Der Klub reagierte Anfang Juni mit einer offiziellen Stellungnahme auf Medienberichte über ein angeblich belastetes Verhältnis und wies diese Gerüchte zurück.
Mit einem Beraterwechsel Anfang des Jahres sendete Atubolu Signale in Richtung eines Abschieds, allerdings hat der 24-Jährige bislang noch keinen neuen Klub gefunden. Mit der Verpflichtung von Mio Backhaus von Werder Bremen rüsteten sich die Freiburger bereits unmittelbar nach Saisonende für einen möglichen Abgang Atubolus.
So sieht Atubolus Nachfolger die Situation
„Wir haben ihm kommuniziert, dass wir uns nach einer Lösung für uns umschauen müssen“, erklärte Saier. „Auf dem Reißbrett wäre es wahrscheinlich, ich verändere erst den Ersten und dann holen wir den Nächsten. Manchmal geht das aber nicht ganz auf im Fußball.“
Atubolus designierter Nachfolger Backhaus sieht die besondere Konstellation gelassen. „Wir sind in einer Mannschaft. Von daher gibt man sich die Hand, so wie man jedem anderen auch die Hand gibt“, sagte der 22-Jährige. „Atu ist ein total korrekter Typ, so wie ich ihn jetzt kennengelernt habe. Wir haben ein ganz gutes Verhältnis.“