Trainer-Legende Friedhelm Funkel hat ein Loblied auf die Leistung des FC Bayern in dieser Saison angestimmt – und sieht trotz des verpassten Triples keinen Grund, ein Haar in der Suppe zu suchen.
„Wir alle waren total begeistert vom FC Bayern. Wie die durch die Champions League-Saison marschiert sind, wie viele Tore die geschossen haben, das wollen wir doch alle sehen. Wir wollen keinen Defensivfußball sehen. Den Mut, den Vincent Kompany mit seiner Mannschaft aufgebracht hat, ist bemerkenswert“, sagte Funkel im SPORT1 Doppelpass am Sonntag.
Funkel reagierte damit auf die Kritik von Ex-Keeper und Vorstandschef Oliver Kahn, der unter der Woche bei Sky das Aus gegen PSG als Beleg gesehen hat, dass „das System von Kompany sehr viel Risiko beinhaltet“ und auf hohem Niveau „anfällig“ sein könne.
Funkel findet die Kritik Kahns unbegründet und gab deutlich Kontra. Auf die Frage „Hat Olli Kahn Recht?“ von Moderator Florian König antwortete Funkel knapp und scharf: „Nee, er hat kein Recht.“
FC Bayern? „Keinen Makel“
Der 72-Jährige führte aus: „Sie dürfen nicht von ihrem Stil abkommen. Ich sehe lieber ein Spiel, welches sie 4:3 gewinnen, als ein 1:0, welches sie mit Ach und Krach über die Zeit gebracht haben. Dadurch haben sie den Herzen der Menschen in Deutschland gewonnen, das war auch mal anders.“
Verantwortlich für diesen Erfolg seien „die Mannschaft, der Trainer sowie Max Eberl und Christoph Freund, die die Mannschaft zusammengestellt haben. Deswegen gibt es für mich in dieser Saison überhaupt keinen Makel“, beendete Funkel seinen Monolog, für den es mehrfach Applaus des Publikums gab.
Auf die gewonnene Meisterschaft und den Einzug ins Pokal-Finale war bei den Bayern unlängst das Aus in der Champions League gegen Paris Saint-Germain gefolgt. Ein Umstand, der die lange als perfekt geltende Saison zu trüben schien und neben Kahn auch andere Kritiker auf den Plan rief – ebenso die Flut an Gegentoren in den jüngsten Spielen.
Funkel sieht allerdings keinen Grund für allzu viel Kritik und Nörgelei: „Daran hat es nicht gelegen, dass sie dieses eine Tor kurz vor Schluss (beim 1:1 gegen PSG; Anm. d. Red.) nicht geschossen haben. Man sollte ihre Leistung anerkennen“, sagte der frühere Bundesliga-Trainer.