Nach der spektakulären 4:6-Niederlage im Spiel um Platz drei gegen England sind bei Michael Olise in der Kabine offenbar Tränen geflossen. Wie L’Équipe berichtet, gab sich der Bayern-Star die Schuld daran, dass das Spektakel in Miami nicht mit einem französischen Erfolg endete.

Hintergrund: Scheinbar aussichtslos lag die Équipe tricolore nach 45 Minuten mit 0:4 zurück, ehe sich ein unfassbares Comeback anbahnte. Kylian Mbappé, Bradley Barcola und erneut Mbappé hatten bis zur 66. Minute auf 3:4 verkürzt, ehe sich für Olise die große Chance zum Ausgleich bot.

Michael Olise hatte für Frankreich das 4:4 erzielen können
Michael Olise hatte für Frankreich das 4:4 erzielen könnenMichael Olise hatte für Frankreich das 4:4 erzielen können© IMAGO/Xinhua

Nach herausragender Vorarbeit von Ousmane Dembélé kam Olise in der 81. Minute aus kurzer Distanz völlig frei zum Abschluss, setzte den Ball jedoch rechts am Tor vorbei. Ein Elfmeter auf der Gegenseite, den Bukayo Saka verwandelte, sorgte wenige Minuten später für die Vorentscheidung im Zehn-Tore-Spektakel.

Olise vergibt zwei Möglichkeiten auf Ausgleich

Auf Olise angesprochen, erklärte der scheidende Frankreich-Trainer Didier Deschamps auf der Pressekonferenz nach dem Spiel lediglich, dass er „mit Michael gesprochen“ habe. Bereits auf dem Rasen waren dem Offensivspieler die Emotionen ob der vergebenen Großchance anzusehen – zumal er schon vor der Großchance mit einem Abschluss knapp gescheitert war (75.).

Olises WM war dennoch historisch: Mit sieben Vorlagen – zwei davon gegen England – brach er den ewigen Rekord von Pelé aus dem Jahr 1970 (sechs Assists). Der erste eigene Treffer bei einer Weltmeisterschaft blieb dem 24-Jährigen jedoch weiter verwehrt. Datendienstleister Opta zählte 20 Olise-Abschlüsse bei dieser WM. Auf derart viele ohne ein Tor kam zuletzt Lionel Messi bei der WM 2010.