Eintracht Frankfurt hat nach nur wenigen Monaten die Notbremse gezogen und Albert Riera wieder entlassen. Nun meldete sich auch Mario Basler zu Wort und übte scharfe Kritik an dem Spanier. Der frühere Nationalspieler sieht in der Art des Trainers den zentralen Grund für das schnelle Aus bei den Hessen.

„Ich glaube gar nicht mal, dass Albert Riera ein schlechter Trainer ist. Aber sein Auftreten war einfach komplett daneben. Der kam nach Frankfurt und hat sich benommen, als hätte er schon dreimal die Champions League gewonnen“, erklärte der 57-Jährige in der neuen Folge seines Podcasts „Basler ballert“.

Albert Riera ist nicht mehr länger Trainer von Eintracht Frankfurt
Albert Riera ist nicht mehr länger Trainer von Eintracht FrankfurtAlbert Riera ist nicht mehr länger Trainer von Eintracht Frankfurt© IMAGO/HMB-Media

Riera? „Du musst auch ein Stück Demut mitbringen“

Für Basler steht fest: In der Bundesliga sei gerade für neue Trainer ein gewisses Maß an Zurückhaltung gefragt – Riera habe da die Gepflogenheiten des Landes nicht verstanden. „Du musst als Trainer in Deutschland auch ein Stück Demut mitbringen“, betonte er und verwies darauf, dass sich Riera zunächst an Liga und Klub hätte herantasten müssen. Stattdessen habe er sich früh viele Gegner gemacht: „Er hat sich mit Spielern, Fans und Medien angelegt. Das funktioniert auf Dauer einfach nicht.“

Besonders kritisch bewertet Basler die öffentlichen Auftritte des Spaniers. „Spätestens nach seiner ersten Pressekonferenz hätte jedem klar sein müssen, dass das schwierig werden kann“, meinte er. Vor allem ein Satz blieb bei Basler hängen: „Diese Aussagen mit ‚die Spieler springen für mich vom Balkon‘ – das mag irgendwo anders funktionieren, aber in Frankfurt wird sowas sofort kritisch gesehen.“

Doch trotz seiner deutlichen Worte nahm Basler auch die Spieler in die Pflicht. „Man darf aber die Mannschaft nicht komplett aus der Verantwortung nehmen. Die Qualität war eigentlich da“, stellte er klar: „Sie haben ihre Leistung viel zu selten konstant auf den Platz gebracht. Da hat insgesamt einfach die Balance gefehlt.“

Wer folgt in Frankfurt auf Riera?

Frankfurt hatte sich einen Tag nach dem letzten Saisonspiel gegen den VfB Stuttgart (2:2) offiziell von Riera getrennt. Der 44-Jährige war erst Anfang Februar als Nachfolger von Dino Toppmöller verpflichtet worden und stand somit lediglich rund dreieinhalb Monate an der Seitenlinie.

Ausschlaggebend war neben der fehlenden Rückendeckung im Umfeld vor allem das Verpassen der internationalen Plätze. Erstmals seit sechs Jahren blieb die Eintracht ohne Teilnahme am Europapokal. Wer künftig an der Seitenlinie stehen wird, ist noch offen.