Im April sorgten ein Trainingsbesuch beim FC Bayern für Aufsehen: Uli Hoeneß ist an der Säbener Straße! Der frühere Erfolgsmanager und heutige Ehrenpräsident unterhielt sich während einer Trainingseinheit angeregt mit Coach Thomas Tuchel – impulsiv gestikulierend und die Faust ballend.
Selbst Monate später erhält diese Aktion noch Echo. Am Sonntagabend äußerte sich der ehemalige Eintracht-Funktionär Heribert Bruchhagen bei Sky90 – und kritisierte seinen einstigen Kollegen scharf: „Ich finde es nicht gut, dass er auf dem Trainingsplatz herumturnt und den Trainer während des laufenden Trainings zur Diskussion stellt.“
Dabei stellte der 75-Jährige besonders infrage, dass das Bayern-Urgestein von der medialen Außenwirkung gewusst haben müsse und verhaltener reagieren hätte sollen: „Uli weiß doch genau, dass es für die Medien eine enorme Bedeutung bekommt. Da ist die Gefahr eines Autoritätsverlustes eines Trainers einfach zu groß. Das macht man nicht.“
Gar direkte Worte richtete Bruchhagen an den Ehrenpräsidenten des deutschen Rekordmeisters: „Das würde ich ihm auch sagen! Uli, das gehört sich nicht. Wenn du etwas mit dem Trainer zu besprechen hast, gehst du an die Säbener Straße, gehst in sein Büro und kannst alles mit ihm besprechen.“
Hoeneß hatte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt, er habe in dem Moment mit Tuchel „darüber gesprochen, dass ich eine Sehnenentzündung habe und meinen Arm nicht mehr so gut heben kann.“ Die Begegnung sei „total harmlos“ gewesen, es sei „interessant, was in solche Bilder immer alles hineininterpretiert wird“.
FC Bayern: Greift Hoeneß auch bei Müller ein?
Ob Bruchhagen auch künftig derartige Eingriffe in das sportliche Mannschaftsleben fürchte, beispielsweise in der Causa Müller, der jüngst gegen Köln Eric Maxim Choupo-Moting Platz machen musste und sich immer mehr mit der Reservistenrolle anfreunden muss?
„Rummenigge und er haben eingegriffen. Es ist aber undenkbar, dass sie jetzt bei Müller auf den Trainer einwirken. Der Tuchel ist eine Persönlichkeit, der lässt sich das von keinem gefallen“, konterte Bruchhagen, der auch versöhnliche Worte für Hoeneß übrig hatte.
„Uli Hoeneß ist eine Institution und ein Großteil des FC Bayern“, schloss der gebürtige Düsseldorfer seine Ausführungen.