Willy Sagnol hat mit dem FC Bayern so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.

Nun hat die französische Vereins-Legende eine Einschätzung zu seinen Landsmännern beim deutschen Rekordmeister abgegeben. Im Interview mit der Sport Bild erklärte der ehemalige Weltklasse-Verteidiger unter anderem, wo das Problem bei Dayot Upamecano liegt.

Dieser war vor der Saison für viel Geld von RB nach München geholt worden, fiel bisher aber häufig als Unsicherheitsfaktor auf. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

„Dayot braucht Zeit, die Kultur bei Bayern ist eine andere als in Leipzig“, erklärte Sagnol. Der Nationaltrainer Georgiens sieht in der völlig neuen Erwartungshaltung das Problem: „Du hast jeden Tag einen enormen Konkurrenzkampf, stehst permanent im Fokus. Und da Bayern eine sehr offensive Spielkultur pflegt, ist es besonders folgenschwer, wenn du als Abwehrspieler patzt.“

Sagnol: Man muss Pavard auch schätzen

Sagnol ist sich aber auch sicher, dass „Upamecano bald problemlos Stammspieler wird.“

Der Innenverteidiger ist derzeit nicht der einzige Franzose, der bei den Bayern kritisch gesehen wird. Auch Benjamin Pavard wird immer wieder in Frage gestellt. Unter anderem von Sagnol selbst, der mit dem Rechtsverteidiger nach dessen Leistung bei der EM nicht zufrieden war.

„Manchmal ist die Kritik auch ungerecht“, erläuterte Sagnol: „Ich finde, dass Pavard sehr konstant spielt, er ist selten der Beste auf dem Platz, aber er macht immer seinen Job. Für einen Trainer ist ein solch fleißiger Arbeiter enorm wertvoll.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Viele „erwarten mehr von ihm, vielleicht kann er das auch. Aber man sollte seine Leistung auch schätzen.“ Lucas Hernández, der ein noch größeres Preisschild als Upamecano mit sich rumschleppt, sei mittlerweile angekommen, befindet Sagnol: „Von seinem Charakter her passt er sehr gut zum FC Bayern: Er ist ein engagierter, aggressiver Verteidiger.“

„Ich hoffe, Coman wird immer mehr zum Anführer“

Auch Tolisso, ebenfalls französischer Weltmeister, sei eigentlich genau der Richtige für Bayern: „Er arbeitet viel für das Team, gibt immer alles, aber seine Verletzungen haben seine Karriere bei Bayern blockiert.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Die vielleicht größten Hoffnungen setzt er auf Coman: „Kingsley ist einer der herausragenden Spieler bei Bayern und in der Bundesliga. Ich hoffe, er wird auch in der Nationalmannschaft immer mehr zum Anführer. Seit der EM 2021 ist viel wichtiger geworden, hat viel mehr Verantwortung vom Trainer bekommen und macht einen hervorragenden Job.“

Sagnol: Dieser Bayern-Star ist ein perfekter Spieler

Der Flügelspieler könne zum Weltstar werden, auch wenn dies in der international nicht ganz so häufig beachteten Bundesliga „schwierig“ sei. Der Spieler, den er bei den Bayern am meisten bewundert, ist übrigens kein Franzose.

Schon als Interimstrainer der Münchner habe er „Joshua Kimmich geliebt. Er hat in jeder Sekunde alles gegeben, war immer hochkonzentriert, ein perfekter Spieler, der schon in jungen Jahren viel über Fußball und auch über seinen Körper kapiert hat. Kimmich wird auf alle Fälle Kapitän bei Bayern und in der Nationalmannschaft, weil er dies Leader-Gene hat.“

Und wie Sagnol selbst hat auch Kimmich mit den Bayern schon einiges gewonnen.

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