„Es gab mal den DFB, im Moment gibt es den für mich nicht“, sagte Uli Hoeneß im Januar dem ZDF: „Das ist nur ein streitender Haufen, der sich mit sich selbst beschäftigt, aber nicht mit den Problemen des Fußballs.“

Die Kritik ist nicht neu, immer wieder schoss der Ehrenpräsident des FC Bayern in Richtung des Deutschen Fußball Bundes. Dabei ist er in guter Gesellschaft, auch sein langjähriger Weggefährte und ehemalige Vorstandsvorsitzende der Bayern, Karl-Heinz Rummennigge, kritisiert den DFB scharf.

„Das scheint eine Bayern-Attitüde zu sein. Die Kritik am Verband ist pauschal und unspezifisch“, meint Hans E. Lorenz im Interview mit dem kicker. Der Vorsitzende des Sportgerichts glaubt, dass den beiden Bayern-Legenden ein „Perspektivwechsel“ helfen könnte.

Beckenbauer als Vorbild für Hoeneß und Rummenigge?

Hoeneß und Rummenigge beim DFB also? Ein Blick in die Vergangenheit lässt das nicht unmöglich erscheinen.

Franz Beckenbauer nennt Lorenz als Beispiel: „Der hat in einer Phase in den 90ern bei jeder Gelegenheit auf den DFB eingedroschen. Der damalige Präsident Egidius Braun hat ihn dann zum Vizepräsidenten gemacht.“

Das habe dann zu einem Umdenken beim „Kaiser“ geführt: „Beckenbauer musste feststellen, dass im Präsidium sehr sachliche und niveauvolle Arbeit stattfindet. In dieser Phase packte ihn der Enthusiasmus für 2006, weil er sah, dass diese tägliche Kleinarbeit nur von Leuten gemacht werden kann, die nie ihre persönliche Existenz wegen eines Jobs beim Verband aufs Spiel setzen würden.“

Hoeneß hatte schon im März 2021 verraten, dass er sich auch vorstellen kann, dass ein Chefkritiker der Fußballverbände genau bei einem solchen anfängt.

„Momentan sind wir mit Herrn Koch bei der FIFA vertreten. Jetzt soll Peter Peters, der bei Schalke nicht gerade gute Arbeit geleistet hat, in das UEFA Board gehen. Mein Vorschlag wäre, dass Karl-Heinz Rummenigge, der nächstes Jahr beim FC Bayern aufhört, beide Ämter übernehmen soll“, hatte der 70-Jährige damals bei RTL gesagt.

Vielleicht ist ja nun auch ein Schritt zum DFB für beide interessant. Dann könnten sie beweisen, dass ihre Kritik berechtigt ist.

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