Marco Neppe wurde beim FC Bayern in dieser Saison zum Technischen Direktor befördert.
„Der Kontakt zu Beratern ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit, ebenso die inhaltliche Führung der Scouting-Abteilung, Marktbeobachtung und Kaderplanung, nicht zuletzt im Austausch mit unserem FC Bayern Campus“, erklärte Neppe sein Aufgabenfeld in Bayerns Mitgliedermagazin 51.
Seine Anbindung an die Lizenzabteilung sei enger geworden: „Der Austausch mit dem Trainerteam, unserem Staff und den Spielern ist intensiver.“
Bayerns Transfer-Flüsterer betont: „Alles geschieht in enger Abstimmung mit unserem Sportvorstand Hasan Salihamidzic.“ Auch mit Trainer Julian Nagelsmann herrsche ein stetiger Austausch. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
Bayerns Kader soll „magnetisch wirken“
„Wir beobachten den externen Markt und die interne Entwicklung unserer Spieler. Da kommt es fast täglich zum Abgleich der Strömungen, die jeder Einzelne von uns wahrnimmt“, erklärte Neppe: „In unserem Bereich gibt es selten Schwarz oder Weiß – und dennoch müssen Entscheidungen getroffen werden. Wir müssen alle überzeugt von dem sein, was wir vorhaben.“
Die Kernfrage bei der Kaderplanung laute: „Wie agiert eine Mannschaft miteinander? Die faszinierendsten einzelnen Puzzleteile ergeben nicht das schönste Gesamtbild.“ Bayerns Kader solle „magnetisch wirken – auf die Fans wie auf die Spitzenspieler aus aller Welt.“ (Bericht: Bayerns Schattenmann tritt nach vorn)
Kurioser Moment mit Davies
Als besonders kurios stufte Neppe einen Moment nach der Verpflichtung von Alphonso Davies ein.
„Die Szene, als sich Phonzy von seiner Familie verabschiedet hat, für mich einen hohen Erinnerungswert“, meinte er: „Das war so herzlich und sympathisch, dass ich es nie vergessen werde. Seine Mutter sagte zu ihm: ‚Be a good boy!‘ Da stehst du dabei und denkst: Das ist jetzt auch unsere Aufgabe im Klub, dass dieser Junge seinen Weg macht.“
Und der 35-Jährige denkt: „Phonzy kann sehr stolz auf sich sein. Er ist ein „good boy“ geblieben – und ein Weltklassefußballer geworden.“
Neppe witzelt mit Salihamidzic
Hätte Neppe einst auch den Spieler Salihamidzic in die Mannschaft geholt? „Hasan hatte als Spieler ein sehr interessantes Profil, eine unglaubliche Mentalität und extreme Arbeitsbereitschaft“, antwortete er: „Er besetzte eine Position, die auch heute auf dem internationalen Markt extrem gefragt ist. Wir hätten ihn uns intensiv angeschaut. Er war einer der Spieler, bei denen sich die Fantasie des FC Bayern ausgezahlt hat.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
Neppe mache „heute immer Witze mit ihm über die damaligen Trikots: Er hätte noch schneller sein können, aber das Trikot war zu groß und hat sich beim Sprint immer dermaßen aufgebläht, dass es wie ein bremsender Fallschirm aussah.“
„Wir wollten Ribéry und Robben nicht klonen“
Bei Transfers in der heutigen Zeit benötige der Klub die angesprochene „Überzeugung und Fantasie“, was sich auch bei den Deals mit Joshua Kimmich (kam 2015 nach München) und Alphonso Davies (2019) einst gezeigt habe.
„Auch bei Serge Gnabry hatten wir früh das Thema, dass Franck Ribéry und Arjen Robben auf der Zielgeraden ihrer Karriere waren und Serge ein spannendes Profil mit seinen individuellen Ausprägungen mitbrachte“, erklärte Neppe.
Der Kaderplaner weiter: „Wir wollen, dass die Spieler ihr Profil und somit ihre Stärken und Schwächen genau kennen. Denn aus diesem Grund sind sie bei uns. Wir wollten und konnten Franck oder Arjen nicht klonen, aber wir versprachen uns von Serge, dass er einer der Spieler sein kann, die helfen, die Lücke der beiden zu schließen.“
Entscheidend sei dabei das Vertrauen: „Serge hat seinen Weg bei uns gemacht.“
Bayerns anderer Ansatz
Grundsätzlich sei Teil von Bayerns Strategie, eine Durchlässigkeit für Talente wie Josip Stanišić, Paul Wanner oder Malik Tillman zu schaffen.
„Andere Klubs sagen, wir brauchen 25 internationale Top-Spieler, um unsere gesteckten Ziele zu erreichen“, meinte Neppe: „Wir beim FC Bayern sind davon überzeugt, dass es auch anders geht.“ (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
Denn „die Übergänge zwischen Generationen, von Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Ribéry und Robben auf Manuel Neuer, Thomas Müller, Robert Lewandowski über Kimmich, Leon Goretzka bis hin zu Alphonso Davies und Jamal Musiala, sind hier seit Jahren der Schlüssel für den außergewöhnlichen Erfolg. Sich selbst zu fordern und andere zu fördern: Das ist der Spirit des FC Bayern. Den müssen wir uns erhalten.“
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