„Untragbar!“ So nannte Julian Nagelsmann vor dem Rückrundenauftakt die Situation von Leon Goretzka – und verkündete zugleich die Hiobsbotschaft, dass der Nationalspieler dem FC Bayern in den kommenden Partien nicht zur Verfügung stehen werde.
Goretzka kaum schmerzfrei
Goretzka schlägt sich nach Angaben von Nagelsmann seit fast zwei Monaten mit einer komplizierten Patellasehnenreizung herum. Sein letzter Einsatz: das Topspiel gegen Borussia Dortmund am 4. Dezember. Schon damals verspürte der Mittelfeldakteur Schmerzen. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
Mittlerweile kann er kaum noch problemlos trainieren, häufig zwickt das Knie – eine schwierige Situation, die eine genaue Prognose hinsichtlich seiner Ausfallzeit nahezu unmöglich macht.
Goretzka trainiert individuell
Das Rätsel Goretzka! Der 26-Jährige ist genervt von der hartnäckigen Verletzung, arbeitet an der Säbener Straße derzeit nur individuell. Nagelsmann: „Leon ist nicht in der Lage zu spielen.“
Nach mehreren wenig aufschlussreichen MRT-Untersuchungen ist inzwischen auch Dr. Christian Fink eingeschaltet. Der Kniespezialist aus Innsbruck hat schon einigen Bayern-Stars geholfen, nun soll er auch seine Expertise bei Goretzka einbringen und die Frage beantworten: Operation ja oder nein?
Droht ein chronischer Schaden?
„Es ist alles andere als abwegig, bei so einer Verletzung einen operativen Eingriff vorzunehmen“, sagt der Berliner Sportmediziner Dr. Michael Lehnert im Gespräch mit SPORT1. „Gerade, wenn alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind und man die Verletzung nicht ernst nimmt beziehungsweise verschleppt.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
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Der 56 Jahre alte Orthopäde erklärt: „Die Patellasehne ist nicht im Knie, sondern um das Knie herum – nämlich vorne unterhalb der Kniescheibe. Sie bündelt den großen Oberschenkelstreckmuskel. Man benötigt die Patellasehne, um den Unterschenkel anzuspannen und das Knie gerade zu machen. Die Last darauf ist riesig. Vor allem Fußballer, aber auch Tennisspieler haben häufig Patellasehnenprobleme. Permanentes Lossprinten, Abstoppen, Laufen – das belastet die Sehne nun einmal extrem. Und wenn sie gereizt ist, sollte man sie schonen. Sonst droht auf Dauer ein chronischer Schaden.“
Die Entscheidung, ob Goretzka operiert wird oder nicht, soll noch in dieser Woche fallen. „Wir müssen sicherstellen, dass er nicht weitere vier, fünf Wochen ausfällt“, so Nagelsmann.
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Lehnert spricht über möglichen Eingriff
Laut Fachmann Lehnert würde es sich um einen kleineren Eingriff handeln, bei dem die sogenannte „Schlüsselloch-Technik“ zum Tragen käme. Bei dieser Operationsmethode bringen die Ärzte eine Kamera und die Operationsinstrumente in das Operationsfeld, um die Verletzung des Gewebes so gering wie möglich zu halten.
„Ziel der Operation wäre, die Sehne von ihrem Entzündungsgewebe zu befreien, damit der Körper wieder gesundes, nicht entzündetes Gewebe bildet“, sagt Lehnert. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
Diese würde jedoch ebenfalls eine Zwangspause von bis zu einem Monat ohne Training nach sich ziehen. Goretzka wäre damit wohl keine Option für das Champions-League-Achtelfinale gegen RB Salzburg.
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