Klare Worte von Stefan Effenberg!

Der SPORT1-Experte bewertet in seiner Kolumne für t-online unter anderem die Hinrunde von Julian Nagelsmann beim FC Bayern München – und vergleicht den 34-Jährigen bereits mit den ganz großen Trainern des Rekordmeisters. „Er hat im Schnitt 2,64 Punkte pro Spiel geholt und sich damit gleich an die Spitze aller Bayern-Trainer der Vereinsgeschichte gesetzt – vor Hansi Flick, Jupp Heynckes, Pep Guardiola und Ottmar Hitzfeld. Er ist authentisch und hat schnell einen guten Draht zu seinen Spielern entwickelt“, erklärte der 53-Jährige. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Das sei nicht einfach für jemanden, der vorher Hoffenheim und Leipzig trainiert habe. „Du darfst Spieler der Kategorie Weltklasse nicht einfach genauso behandeln und womöglich mit tausend wissenschaftlichen Fakten zuschütten“, schrieb der Ex-Profi. Man müsse sie als nahezu komplette Spielerpersönlichkeiten abholen und einbinden. „Nagelsmann hat das hinbekommen“, betonte Effenberg. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Effenberg: Pokalaus „ein kleiner Fleck“

Das 0:5 in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Borussia Mönchengladbach sei „nur ein kleiner Fleck auf der weißen Weste“. Das Pokalaus könne aber am Ende für die Saisonbilanz gefährlich werden. „Sollte Bayern in der Champions League bereits im Achtel- oder Viertelfinale ausscheiden, kann nicht mehr die Rede von einer erfolgreichen Saison sein. Denn dann bleibt lediglich die Meisterschaft.“ (Effenberg-Kolumne: Titan Kahn ist Vergangenheit)

Beim BVB dagegen ist die Situation dagegen eine komplett andere. „In der Liga hat die Borussia in 14 Tagen ihre gute Ausgangslage mit nur einem Punkt Rückstand auf Bayern verzockt – und bei nun neun Punkten Rückstand die Meisterschale abgehakt. Sie ist einfach nicht in der Lage, den FC Bayern zu gefährden“, wurde Effenberg deutlich.

Er sei sich sicher, dass auch Erling Haaland das erkannt haben wird. „Haaland will ganz sicher Titel gewinnen. Und zwar auch die Deutsche Meisterschaft. Es ist doch klar, dass er frustriert ist, wenn sich das als unrealistisch herausstellt“, erklärte Effenberg.

Es seien letztlich zwei Faktoren, die verhinderten, dass Dortmund Bayern gefährlich werde. „Erstens werden die Führungsspieler den Ansprüchen seit Jahren nicht gerecht. Zweitens reicht die zweite Reihe einfach nicht aus, um ganz oben mitzuspielen. Das werden die Verantwortlichen erkannt haben, weil sie in Dortmund viel Fußballkompetenz besitzen, und den Kader entsprechend im Sommer umbauen.“

Oliver Kahn ist als Titan berühmt geworden. Für Stefan Effenberg ist das allerdings Vergangenheit. In Kahns neuer Rolle bedarf es nach Effenberg anderer Tugenden.

Oliver Kahn ist als Titan berühmt geworden. Für Stefan Effenberg ist das allerdings Vergangenheit. In Kahns neuer Rolle bedarf es nach Effenberg anderer Tugenden.

Die Frage wird sein: Mit oder ohne Haaland? Effenberg hat eine klare Tendenz. „Ich denke, dass in Wahrheit jeder weiß, wie er sich entscheidet und dass er im Sommer weg ist. Dann sollte es auch möglich sein, das zumindest im Verein frühzeitig bis Februar oder spätestens März zu kommunizieren“, erklärte er. Das sei auch im Interesse von Haaland, weil er so die Chance auf mindestens einen Titel habe. „Den BVB zappeln zu lassen ist dagegen nicht fair.“

Deutliche Worte fand Effenberg auch für Christoph Kramer, der nach dem 1:1 seines kriselnden Klubs Borussia Mönchengladbach gegen die TSG Hoffenheim Kritik an der Leistung seiner Mannschaft übte. „Ich finde sie grenzwertig, wenn man bedenkt: Dieser Christoph Kramer hat selbst vier Spiele auf der Bank gesessen und sechs weitere verletzt verpasst“, schrieb Effenberg. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Kramer sei jetzt gerade nicht der Fernsehexperte, der das von der Seite beurteilen solle wie bei der Europameisterschaft im Sommer. „Er ist Spieler von Borussia Mönchengladbach und sollte selbst erstmal Leistung bringen.“

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