Welt- und Europameister Thomas Häßler hat mit Bestürzung auf den erneuten Absturz seines Ex-Vereins 1860 München in die Viertklassigkeit reagiert.

„Natürlich ist das schade für so einen Traditionsverein, dass der jetzt wieder in die Regionalliga muss“, sagte Häßler im Gespräch mit SPORT1: „Das tut mir persönlich sehr, sehr leid und ich kann nur die Daumen drücken, dass sie schnell wieder die Kurve kriegen und irgendwann mal wieder alle an einem Strang ziehen.“

Thomas Häßler (im Jahr 2003) bedankt sich bei den Anhängern von 1860 München
Thomas Häßler (im Jahr 2003) bedankt sich bei den Anhängern von 1860 MünchenThomas Häßler (im Jahr 2003) bedankt sich bei den Anhängern von 1860 München© IMAGO/ActionPictures

1860 kündigt Kooperationsvertrag mit Ismaik

Den Münchnern, die in der abgelaufenen Saison den achten Tabellenplatz in der 3. Liga belegt hatten, fehlten 2,7 Millionen Euro Etat-Summe für die erneute Drittliga-Lizenz. Anders als in vergangenen Jahren hatte der jordanische Investor und Mitgesellschafter Hasan Ismaik nicht die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt.

Wie genau es bei den Löwen weitergeht, ist derzeit noch offen, sowohl finanziell als auch strukturell und nicht zuletzt sportlich gibt es nach der Kündigung des Kooperationsvertrags mit Ismaik durch den Verein zahlreiche Fragezeichen.

Häßler, der von 1999 bis 2003 für 1860 auflief und mit den Münchnern sogar in der Champions-League-Qualifikation antrat, glaubt trotzdem an eine positivere Zukunft.

Häßler: „… dann bin ich guter Dinge“

„Wenn irgendwann mal Leute kommen, die dem Verein wirklich etwas Gutes möchten, dann bin ich guter Dinge, dass der Verein wieder dahinkommt, wo er hingehört – sprich in die erste oder zweite Liga“, meinte der 60-Jährige.

Als besonders schmerzhaft empfindet er die Konsequenzen der aktuellen Entwicklungen für die Anhänger der Sechzger. „Die Löwen-Fans sind immer herausragend gewesen und gerade für sie tut es mir unglaublich leid, dass sie diesen Weg gehen müssen“, klagte Häßler.

Gleichzeitig ist er sich sicher: „Die Unterstützung der Fans werden sie immer haben, in guten wie in schlechten Zeiten.“ So sei es „immer gewesen, egal, wie es gelaufen ist. Die Fans werden immer bleiben und den Verein unterstützen.“

Jonas Nohe, Jahrgang 1989, aufgewachsen in Kehl am Rhein an der deutsch-französischen Grenze. Ab 2009 Studium der Kommunikations- und Politikwissenschaft mit Bachelor-Abschluss an der LMU München. Von...