61 Tore hat Harry Kane in allen Wettbewerben für den FC Bayern erzielt – 36 davon alleine in der Bundesliga. Damit sicherte er sich zum zweiten Mal den goldenen Schuh für den erfolgreichsten Torjäger der Saison in den höchsten europäischen Ligen. Für den Engländer gibt es genau einen Grund, warum in einer Saison so viele Tore überhaupt möglich sind.

„Wenn ich in dieser Saison die 60-Tore-Marke überschritten habe, dann einfach deshalb, weil ich im Gegensatz zu den vergangenen Jahren keine schwachen Momente hatte. Ich war konstant“, erklärte Kane im Interview mit der französischen Zeitung L’Équipe.

Harry Kane nach dem Gewinn des DFB-Pokals
Harry Kane nach dem Gewinn des DFB-PokalsHarry Kane nach dem Gewinn des DFB-Pokals© IMAGO/Moritz Müller

FC Bayern: Kane auf einem Level mit Messi und Ronaldo

Über 60 Tore in einer Saison haben im europäischen Profifußball bisher nur Lionel Messi (73 Tore in der Saison 11/12 und 60 Tore 12/13) und Cristiano Ronaldo (60 Tore in der Saison 11/12 und 61 Tore 14/15) erreichen können. Dass auch Kane jemals so unfassbare Zahlen aufweisen würde, konnte sich der Engländer selbst lange nicht erträumen.

„Mein bisheriger Rekord in einer Vereinssaison lag bei 44 Toren (in der Saison 23/24), und wenn man die 60-Tore-Marke erreicht, bewegt man sich in Sphären, in denen sich bisher nur Messi und Cristiano bewegt haben. Damals schienen mir ihre Statistiken unerreichbar.“

Wenn solche Statistiken von Messi oder Ronaldo erreicht wurden, folgte ohne Ausnahme auch die Auszeichnung mit dem prestigeträchtigen Ballon d’Or als bester Spieler der Welt. Doch bei der Wahl spielen neben der individuellen Leistung auch immer mehr die gewonnenen Titel eine große Rolle.

Wer gewinnt das Rennen um den Ballon d’Or?

Aufgrund des Gewinns der Champions League stehen die Chancen auf eine erneute Auszeichnung für den PSG-Star Ousmane Dembélé äußerst gut. Bei einem Triumph mit Frankreich bei der Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA würde der 29-Jährige weitere Argumente sammeln. Klar ist: Es wird schlussendlich auf die Leistung und auch auf die Ergebnisse bei der WM ankommen.

Auf die Frage, ob Kane der Favorit auf den Ballon d’Or wäre, wenn England die WM tatsächlich gewinnen sollte, antwortete der Bayern-Star so: „Ich wäre sicher einer der Favoriten. Angesichts der Titel, die ich in dieser Saison gewonnen habe, und der Anzahl meiner Tore wäre ich im Rennen. Vor allem, da man sich vorstellen kann, dass die Trophäe im Falle eines englischen Weltmeistertitels an einen englischen Spieler gehen würde.“

Trotzdem betont der Engländer, dass er „nicht der Typ Mensch“ sei, „der behauptet, den Ballon d’Or verdient zu haben“. Kane versuche vielmehr, seine „Leistungen auf dem Platz für sich sprechen zu lassen“.

Müller sieht Bayern-Teamkollege vor Kane

Geht es nach Bayern-Urgestein Thomas Müller, fällt die Wahl des Weltfußballers tatsächlich nicht auf Harry Kane, sondern auf einen anderen Bayern-Star. „Für mich kommt beim Weltfußballer die B-Note fast mehr zum Tragen. Also du brauchst beides: A- und B-Note. Aber dieses künstlerische Element – das gehört für mich bei der Weltfußballer-Geschichte immer mit dazu“, erklärte Müller im Podcast „Bayern-Insider“.

Deswegen sei Kane zwar „wichtiger, aber wenn es um eine Weltfußballer-Wahl gehen würde, dann geht es um Spieler wie Michael [Olise, Anm. d. Red.], weil da dieses Tänzerische, Leichtfüßige dabei ist. Das kannst du nicht lernen.“