Wenige Tage nach dem Tod von Srecko Bogdan herrscht Trauer um einen weiteren Bundesliga-Profi der Achtziger und Neunziger: Reiner Wirsching ist tot.
Das ehemalige Offensiv-Ass des 1. FC Nürnberg ist am Samstag seinen schweren Kopfverletzungen erlegen, die er sich am späten Donnerstagabend bei einem Fahrradunfall zugezogen hatte. Er wurde 63 Jahre alt.
Schwere Kopfverletzungen nach Radunfall
Dem Polizeibericht zufolge war Wirsching auf einem Radweg entlang der Bundesstraße 286, von Poppenroth kommend, in Richtung Bad Kissingen, unterwegs. Dabei kam er zu Fall. Ein Reh hatte Wirsching umgerannt. Der Ex-Profi trug keinen Helm, stürzte und zog sich schwerste Kopfverletzungen zu.
Ein Verkehrsteilnehmer fand den verunglückten Wirsching neben seinem Rad liegend. Der Notruf wurde verständigt und der Verunfallte ins Krankenhaus gebracht. Die Folge war laut seines Bruders Dieter Wirsching ein schwerer Schädelbasisbruch mit starken Blutungen. Die Ärzte gaben ihm keine Überlebenschancen.
Wirsching war Arzt
Dr. Reiner Wirsching war Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmediziner. Für den Club bestritt er zwischen 1988 und 1991 72 Bundesliga-Spiele, erzielte dabei 14 Tore.
Dort spielte er gemeinsam mit Torwartlegende Andreas Köpke. In Nürnberg wurde der von Hermann Gerland für seinen damaligen Verein entdeckte Wirsching fast zum Kandidaten für die Nationalmannschaft – ehe ihn Verletzungen zurückwarfen.
Weitere Vereine Wirschings waren unter anderem der 1. FC Schweinfurt und der TSV Vestenbergsgreuth. Bei den Mittelfranken war Wirsching Teil der legendären Mannschaft, die 1994 als Regionalligist den FC Bayern München (u.a. mit Lothar Matthäus, Oliver Kahn und Trainer Giovanni Trapattoni) aus der ersten Runde des DFB-Pokals warf.
Unter Wirschings damaligen Teamkollegen waren der heutige Heidenheim-Coach Frank Schmidt und der spätere Lauterer Meister-Verteidiger Harry Koch, der Vater von Robin Koch.