Es war schon länger im Busch, jetzt ist es offiziell! Kapitän und Identifikationsfigur Fabian Reese verlässt den Hauptstadtklub Hertha BSC und schließt sich Zweitliga-Konkurrent VfL Wolfsburg an. Das verkündeten die Wölfe am Mittwochnachmittag offiziell auf ihren Vereinskanälen.
„Fabian Reese wird ein Wolf“, schreibt der VfL, bei dem der 28-Jährige einen Vertrag bis 2030 unterschrieben hat und beim Bundesliga-Absteiger zukünftig mit der Nummer elf auflaufen wird. Als Ablöse nennt die Bild eine Summe zwischen sechs und acht Millionen Euro.
Wolfsburg statt Hertha BSC: Fabian Reese erklärt sich ausführlich
Reese hatte seinen Vertrag bei Hertha noch im Mai 2025 bis 2030 verlängert und wiederholt den Aufstieg mit dem Hauptstadtklub als großes Traumziel ausgerufen.
„Wir können etwas erreichen, was man sich mit Geld und Erstligaspielen nicht kaufen kann, sondern was für ewig bleibt“, hatte Reese etwa im Sommer 2025 im Kicker gesagt: „Das ist ein Bundesliga-Aufstieg in der Hauptstadt. Den will ich erreichen.“
In der abgelaufenen Saison verfehlte Hertha das Ziel als Tabellensiebter jedoch klar – und die Perspektiven für die nahe Zukunft sehen auch nicht nach einem Großangriff auf die Bundesliga aus. Nach dem Weggang von Juwel Kennet Eichhorn ist Reese der nächste prominente Abschied bei der Hertha.
In den Sozialen Medien hatte Reese in den vergangenen Tagen schon viel Kritik für den sich anbahnenden Wechsel einstecken müssen – die er nun mit einem ausführlichen Statement auf der Hertha-Homepage beantwortete.
„Möchte der Neuausrichtung nicht im Wege stehen“
„Diese Zeilen zu verfassen, fällt mir unglaublich schwer“, begann Reese – und begründete die Abwägung: „Nach Abschluss dieser für uns alle nicht erfreulichen Saison und der gemeinsamen Einordnung der sportlichen sowie der finanziellen Ausrichtung unserer Hertha, musste ich eine Entscheidung als Sportler treffen.“
Er habe „eine unbeschreibliche Zeit bei Hertha und in Berlin“ erlebt, „die mich zum einen als Fußballer, aber vor allem auch als Mensch unheimlich geprägt und wachsen lassen hat. Dafür möchte ich meinen Teamkollegen, den Trainern, dem Staff, den Verantwortlichen und Mitarbeitern, aber ganz speziell den Fans aufrichtig danken! Wir müssen uns als Mannschaft jedoch auch eingestehen, den Wiederaufstieg in den letzten Jahren verpasst zu haben. Der daraus resultierenden Neuausrichtung des Vereins möchte ich nicht im Wege stehen.“
Reese lenkte damit den Blick darauf, dass die Frage nach seinem Verbleib auch aus Klubsicht offensichtlich eine sportlich-finanzielle Abwägung war.
Ihm sei „bewusst, dass mein Wechsel nicht überall auf Verständnis stößt“, beschloss Reese seine Begründung: „Die emotionale Reise der letzten drei Jahre war so intensiv, dass weder für euch noch für mich dieser Abschied ein leichter ist. Dennoch bitte ich um Respekt vor meiner Entscheidung. Ich wünsche euch von Herzen alles Gute.“
Wolfsburg? „Die Werte waren ausschlaggebend“
Auf der Wolfsburger Homepage ergänzte Reese eine längere Darlegung, warum es ihn zum Absteiger gezogen hat: „Die Art und Weise, wie der VfL um mich gekämpft hat, empfinde ich als große Wertschätzung. Das hochprofessionelle Umfeld, aber auch die Werte, die hier vom Verein, von Volkswagen und von den Menschen drumherum vertreten werden, waren ausschlaggebend für mich.“
Reese umschrieb den Wechsel als „sehr bewusste Entscheidung“, die ihn „sehr glücklich“ mache: „Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass das der richtige Schritt ist für mich.“
Hertha spricht seinen Dank aus
Wölfe-Sportdirektor Pirmin Schwegler zeigt sich hoch erfreut über den Transfer-Coup: .„Fabian war in den vergangenen Jahren einer der stärksten Spieler der 2. Bundesliga. Er ist ein absoluter Leistungsträger und bringt nicht nur starke Offensivqualitäten mit, sondern auch ein außergewöhnliches Maß an Einsatzbereitschaft, Führungsstärke und Mentalität. Wir freuen uns sehr auf ihn.“
Mit Wehmut blickt derweil Schweglers Berliner Amtskollege Benjamin Weber auf Reeses Abgang: „Natürlich fiel uns die Entscheidung, unseren Topscorer und Kapitän ziehen zu lassen, alles andere als leicht. Fabi hat sich durch und durch mit Hertha BSC und der Stadt Berlin identifiziert und war in einer schwierigen Phase nach dem Abstieg in den vergangenen drei Spielzeiten ein hervorragender Repräsentant. Er ist nicht nur als Torschütze und Vorlagengeber, sondern auch als Führungsspieler sowie Mannschaftskapitän vorangegangen.“
Man werde „die zahlreichen schönen und emotionalen Momente mit ihm immer im Kopf behalten“, ergänzte Weber, der Reese im Namen des Klubs seinen Dank aussprach und „für die Zukunft alles Gute“ wünschte.